Gütersloher ist Experte in ZDF-Sendung



Gütersloh (amu) - Detlef Jentsch blickt gespannt auf den 11. Februar. An jenem Sonntag wird der Antiquitäten-Experte um Punkt 14 Uhr vor dem Fernseher sitzen, das ZDF einschalten und die Sendung „Kaputt und zugenäht“ bis zur letzten Minute verfolgen. Eine der Hauptpersonen der geplanten zehn Folgen: er selbst, öffentlich bestellter und vereidigter Versteigerer.

„Ich bin sehr gespannt“, sagt der 75-Jährige. „Ich weiß nicht, was tatsächlich gezeigt wird von dem, was wir abgedreht haben.“ Vier Tage war der Gütersloher, der schon häufig als Auktionator und Fachmann für Antiquitäten im Fernsehen zu sehen gewesen ist, im November im TV-Studio einer Produktionsfirma in Berlin. In der dritten Staffel von „Kaputt und zugenäht“ agieren Detlef Jentsch und Ulrich Vogt aus Niedersachsen als Experten für beschädigte Liebhaberstücke, die ihnen zur Einschätzung von Wert und Reparaturbedürftigkeit gebracht werden.

10 bis 20 Liebhaberstücke pro Drehtag bewertet

„Kaputt und zugenäht“ startet am Sonntag, 28. Januar, 14 Uhr, im ZDF. Im Wechsel werden bis zum 6. Mai Sendungen entweder mit Detlef Jentsch oder mit Ulrich Vogt als Experte ausgestrahlt. Die erste Sendung mit Jentsch läuft voraussichtlich am 11. Februar.

10 bis 20 Objekte habe er pro Drehtag begutachtet, erzählt Jentsch der „Glocke“. „Ein Münzkasten aus China mit Elfenbeinbeschlag war dabei, aus dem Zeitraum 1880/1900 – fantastisch“, schwärmt er. „Da waren auch Münzen drin, chinesische und Meißner Porzellan-Münzen.“ Da schlägt das Herz des Auktionators schneller. Genauso wie bei der Kommode des französischen Möbeltischlers André-Charles Boulle, zirka 140 Jahre alt. „Ein Traum. Das war mein Lieblingsobjekt. Leider war es sehr ramponiert.“ Früher, als es noch mehr Sammler gegeben habe, hätte er „bis zu 15 000 Euro dafür bekommen“, sagt er. „Heute noch 2000 bis 4000.“ Eine Geige wurde ihm gebracht, „die sollte laut einer früheren Begutachtung eine Stradivari sein“, erzählt Jentsch. In dem Fall wäre sie Millionen wert gewesen. „War sie aber leider nicht.“

Ob die Besitzer dem Rat der Experten jeweils gefolgt sind, ihr Lieblingsstück instand setzen zu lassen oder aber darauf zu verzichten, weil es sich nicht lohnt, hat Jentsch nicht mitbekommen: „Das geschah später. Das sehe ich dann erst im Fernsehen.“

„Bei anderen Sendungen wird dem Zuschauer teilweise etwas vorgemacht“

Als im Spätsommer die Anfrage kam, ob er als Sachverständiger mitmachen würde, habe er lange gezögert, berichtet er. Bei so mancher der derzeit so populären TV-Sendungen rund um Liebhaberstücke laufe nicht alles korrekt. „Da wird dem Zuschauer teilweise was vorgemacht.“ Die Objekte seien nicht echt oder die Bieterrunden vorher abgesprochen. „Für sowas stehe ich nicht zur Verfügung“, sagt der Gütersloher. „Im Vorfeld von ‚Kaputt und zugenäht‘ habe ich mich versichert, dass alles echt ist.“

Moderatorin Eva Brenner fühlt sich zurückgesetzt

Detlef Jentsch tritt humorvoll auf, schlagfertig, mit spitzbübischem Charme. Vor der Kamera sei er, wie er nun mal sei. „Moderatorin Eva Brenner hat sich einmal beschwert, sie komme gar nicht zu Wort, der Jentsch rede so viel“, erzählt er und lacht herzhaft. „Da habe ich gesagt: Okay, ich nehme mich etwas zurück. Aber gekünstelt sein – das könnte ich nie.“

Seit 1989 ist Detlef Jentsch immer wieder im Fernsehen

Zum ersten Mal war Detlef Jentsch als Versteigerer 1989 im Fernsehen: Ein Giftmüllskandal in einem Neubaugebiet in Bielefeld-Brake führte zu bundesweitem Medieninteresse. Jentsch versteigerte im Auftrag der Stadt das Inventar von 25 Häusern. Später war er unter anderem im WDR in „Lichter lässt bieten“ (2011) sowie von 2005 bis 2008 in „Schatz oder Schätzchen“ zu sehen. „Die Besonderheit war, dass wir alle 40 Folgen live gesendet haben“, betont Detlef Jentsch. Darauf habe er bestanden.

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