Gutes Zeugnis für die Gesamtschule



Oelde (eh) - Das Ergebnis ist positiv: Die Qualitätsanalyse des Landes NRW hat der Oelder Gesamtschule ein gutes Zeugnis ausgestellt. Grund genug für Schulleiter Michael Jütte, sich zu freuen. Das tut er auch. Und doch hadert Jütte an einigen Stellen mit dem mittlerweile öffentlichen Bericht.

Ein Qualitätsteam der Bezirksregierung Münster hat die Städtische Gesamtschule Oelde unter die Lupe genommen. Der Bericht liegt mittlerweile öffentlich vor. Schulleiter Michael Jütte und Susanne Senitsch sind mit dem Ergebnis zufrieden, sehen aber kritisch, dass die Bewertung nicht alles erfasst, was ihre Schule individuell ausmacht.

 Denn das Qualitätstableau erfasse nicht all das, was eine Schule individuell ausmache. „Wir verwenden viel Zeit auf Dinge, für die es in der Analyse keine Kriterien gibt“, betont er. Damit entstünden Beurteilungen, die die Realität an der Schule nur unzureichend widerspiegelten. Beispielsweise gebe es kein spezielles Kriterium für Inklusion. „Wir nehmen das Thema aber sehr ernst, haben als einzige Schule in NRW eine Abteilungsleitung mit dem Schwerpunkt Inklusion“, betont Jütte.

Umgang mit Seiteneinsteigern nicht beurteilt

Auch der Umgang mit Seiteneinsteigern, die auf die Schule kämen und kein Deutsch sprächen, werde in der Analyse nicht explizit beurteilt. Im Gegensatz zu vielen anderen Schulen bilde man in Oelde nicht extra Seiteneinsteigerklassen, sondern integriere die jungen Leute altersgemäß. Damit kämen sie „sofort in stabile Beziehungen in einer Klasse, die in der Regel so bleiben“, betont Susanne Senitsch, didaktische Leiterin.

 Und noch einen dritten Aspekt sieht Jütte in der Beurteilung zu wenig berücksichtigt: „alle Fragen, die mit dem Aufbau einer neuen Schule zusammenhängen“. Man verwende sehr viel Zeit darauf, „aus dem zusammengewürfelten Haufen von Kollegen eine eingeschworene Gemeinschaft zu machen“, sagt er und verweist darauf, dass unter anderem Lehrer von Gymnasien, Haupt-, Real- und Gesamtschulen zusammenarbeiteten. Gemeinsam entwickele man beispielsweise ein einheitliches Anspruchsniveau.

Analyse bemängelt fehlendes Schulprogramm

Bemängelt wird in der Analyse unter anderem, dass die Schule kein Programm habe. Das wolle man aufstellen, wenn die Schule komplett ausgebaut sei, betont Senitsch. Selbstverständlich aber arbeite man schon jetzt nach „Grundprinzipien“.

Mehr zu diesem Thema, unter anderem zum Hintergrund der Analyse, lesen Sie am Samstag in der Oelder und der Beckumer Ausgabe der „Glocke“.

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