Händeringende Suche nach Helfern



Rheda-Wiedenbrück (kvs) - Die Bewältigung dieser Aufgabe wird kein leichtes Spiel sein: Spätestens am Dienstagabend wird die Stadt Rheda-Wiedenbrück Voraussetzungen geschaffen haben müssen zur Unterbringung von bis zu 200 Flüchtlingen. Seither rotieren Verbände und Institutionen.

Während mit der Turnhalle der Osterrath-Realschule schnell ein Ort zur Einrichtung der Notunterkunft gefunden war, geht es jetzt darum, nicht minder grundlegende Strukturen zu schaffen. Mindestens 48 Stunden werden die Menschen in der Durchgangsstation am Burgweg betreut. Wobei diese Zeitangabe – und das haben die Erfahrungen andernorts in den vergangenen Wochen und Monaten gezeigt – kaum angemessen ist. Als „zu gering angesetzt“ bewertet Günter Göpfert vom DRK-Kreisverband die Zahl. Angesichts der Vielzahl an Notunterkünften, die das Deutsche Rote Kreuz aktuell betreut, wissen die Aktiven: Es kann auch eine Woche und mehr werden.

Standards sollen eingehalten werden

Seit 2009 wird die Turnhalle im Evakuierungsplan der Stadt als Notunterkunft geführt. Das Szenario, was dabei zugrunde gelegt wurde: Eine Bombe muss entschärft und Anwohner müssen für einige Stunden anderswo einquartiert werden. Diese Situation ist nur schwer vergleichbar mit der, die nun eingetreten ist. Die Anforderungen an die Unterkunft sind völlig andere. „Es gibt Standards für Erstaufnahme-Einrichtungen, die auch in unseren Fall eingehalten werden sollten“, sagt die Pressesprecherin der Stadt Rheda-Wiedenbrück, Maximiliane Plöger.

Feldbetten sind Mangelware

Zu diesem Standard gehört selbstverständlich ein Feldbett für jeden – aber die sind derzeit Mangelware. 100 kann der Lieferant des DRK-Kreisverbands aktuell zur Verfügung stellen, die gleiche Anzahl soll am Montag nachgeliefert werden. „Der Markt ist leer“, sagt Günter Göpfert. Das Logistikzentrum in Nottuln habe in den vergangenen Wochen immerhin schon 8000 Pritschen ausgegeben – schließlich betreue man derzeit allein in Ostwestfalen 27 Notunterkünfte.

Es fehlt zudem an Personal

Damit aber noch nicht genug des Mangels. Es fehlt zudem an Personal. Zum Aufbau und für den Betrieb der Notunterkunft am Burgweg sucht das DRK ab sofort für ein zunächst bis zum 30. September befristetes Arbeitsverhältnis Kollegen zur Betreuung und für den Sanitätsdienst. Die Voraussetzungen: Motivation und Zuverlässigkeit, interkulturelle Kompetenz, freundliches, offenes Auftreten, Organisationstalent, Fremdsprachenkenntnisse und eine hohe Belastbarkeit in Stresssituationen.

Mehr zum Thema erfahren unsere Leser in der Wiedenbrücker Ausgabe der „Glocke“ vom 7. August 2015.

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