Herbstliche Genüsse zum Pflücken



Liesborn (lsg) - Die Blätter färben sich in Rottönen, Igel wandern durch die Wiesen, und langsam wird die Luft frischer: Was lädt mehr zu einem Spaziergang durch den Wald ein, als der Herbst? Doch die Wälder in der Umgebung bieten mehr, als nur einen Spaziergang.

Naturpädagogin Karola Beerhues zeigt, was die Natur im Herbst alles zu bieten hat.

Naturpädagogin Karola Beerhues hat die „Glocke“ mit auf Erkundungstour genommen und gezeigt, was das Sammlerherz im Herbst alles finden kann. Schlehen, Haselnüsse, Eberesche, Hagebutte und zahlreiche Pilzsorten – all das haben die heimischen Wälder im Oktober zu bieten. Und die Wildbeeren sind beispielsweise häufig noch viel vitaminreicher als herkömmliches Obst aus dem Supermarkt. „Die Eberesche, auch bekannt als Vogelbeere, ist eine sehr vitaminreiche Frucht“, erklärt Naturpädagogin Karola Beerhues bei einem Rundgang durch Wald und Wiesen. Von dem Wildobst müsse auch gar nicht viel gegessen werden, weil da so viele Vitalstoffe drin seien, erklärt sie: „Ideal für den Winter.“

Gerade die Vogelbeere habe mit ihrer leuchtend roten Farbe mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, weiß die Expertin. Die meisten Menschen dächten, dass die Frucht giftig sei, doch das stimme nicht: Mit Birne, Pflaume, Holundersaft und Haselnuss gekocht könne man mit der Vogelbeere eine leckere Soße für Quark oder Joghurt zubereiten. „Auch zu Marmelade oder Gelee kann die Pflanze verarbeitet werden“, zählt Karola Beerhues weitere Verwendungsmöglichkeiten auf.

Wildfrucht - Soße

100 g Ebereschenbeeren, 200g Holunderbeeren oder Holunderbeersaft, 800 ml Schlehensaft, Apfelsaft, 500gObst der Saison: Birnen, Pflaumen, Himbeeren (gegebenenfalls auch tiefgekühlte), etwas Weißwein (optional), ca. 80 g Zucker, 50 g Speisestärke, ½ Teel. Zimt, 1 Pck. Vanillezucker

Die Ebereschenbeeren werden in Fruchtsaft und Wein zehn Minuten lang weichgekocht. In der Zwischenzeit das übrige Obst vorbereiten und in kleine Stücke schneiden.

 Die Speisestärke mit etwas Apfelsaft oder Wein anrühren und zum Andicken unter die Ebereschen rühren.

Nun das Obst mit den Gewürzen zu den Ebereschen geben. Die Soße ein paar Minuten aufkochen lassen, abschmecken und heiß in Twist-Off-Gläser abfüllen. Die leckere Wildfrucht-Soße ist hervorragend zu Quark-, Jogurt- oder Eisspeisen zu genießen. Sehr hübsch ist das Servieren in geeignete Trinkgläser, verziert mit ein paar Blättchen frischer Minze.

Früchte gegen Erkältungen

Die Liesbornerin sammelt auch gerne Schlehdorn, im Volksmund Schlehe genannt, die optisch ein wenig Heidelbeeren. „Mit ihren Bitterstoffen wirkt sie schleim- und krampflösend. Die Schlehe ist der Ursprung der Pflaume“, berichtet die Naturpädagogin. „Weberinnen haben früher gerne Schlehen gegessen, weil die Schlehe den Speichelfluss anregt und es so einfacher macht, den Faden wieder anzulecken“, erklärt sie auf ihrem Rundgang. Um die Schlehe genießbarer zu machen, könne sie eingefroren werden.

Insbesondere in der Erkältungszeit sollte auch die Hagebutte beim nächsten Spaziergang gesammelt werden, empfiehlt sie. Diese habe ein Vielfaches mehr an Vitamin C als eine herkömmliche Zitrone und sei deutlich milder als andere Wildfrüchte. Die Schale könne getrocknet als Tee getrunken werden. „Die Hagebutte kann mit Kernen gegessen werden, wenn man die Frucht eine halbe Stunde bis Stunde kocht und die Kerne mit einem Hochleistungsmixxer zerkleinert“, sagt Karola Beerhues und schneidet eine der kleinen roten Wildfrüchte auf. Die Kerne hätten einen vanilleartigen Geschmack und seien sehr lecker. Mit Apfel, Orange oder auch Wein könne aus dem Fruchtfleisch Marmelade gekocht werden.

Pilze sind etwas für Kenner

Doch nicht nur gesunde Wildfrüchte hat der Wald im Herbst zu bieten – auch Pilze wie Steinpilze, Riesenschirmlinge (Parasole) oder Riesenbovist entdeckt Karola Beerhues momentan bei ihren Spaziergängen. Den Riesenbovist, der optisch einem weißen Fußball ähnelt, hat sie schon einmal in Scheiben geschnitten und dann wie ein Schnitzel angebraten. Mit Pilzen beschäftigt sich die Naturpädagogin erst seit einiger Zeit etwas intensiver, denn hier ist es wichtig, sich wirklich gut auszukennen, um keine Vergiftung zu erleiden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich im Internet auch essbare Pilze bestellen – auch hier sollte man sich jedoch gut informieren. Diese Stifte werden dann in einen Baumstamm eingesetzt und mit Wachs verschlossen. Nach einiger Zeit kann man die eigenen Pilze ernten.

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