Hündin war schon mehr tot als lebendig



- Kaum noch Lebenszeichen gab eine Hündin von sich, die Spaziergänger am Samstag in Vorhelm in einer Einkaufstasche fanden. Kurze Zeit später starb das Tier.

rstVorhelmEinen unglaublichen Fund machten zwei Spaziergänger am Samstagvormittag am Verlobungsweg in Vorhelm. Sie entdeckten am Rand des Weges eine Einkaufstasche, in der sich eine nahezu leblose Hündin befand. Eine wenig später über das Mammut-Tierheim in Tönnishäuschen kontaktierte Tierärztin konnte den Vierbeiner nicht mehr retten. Wer ist für diese grausame Tierquälerei verantwortlich? Diese Frage stellen sich jetzt nicht nur Christiane Schäfer und Marion Herzog vom Tierheim.

Am Samstagvormittag ge­gen zehn Uhr sah ein Spaziergänger eine geschlossene schwarze Edeka-Einkaufstasche am Rand des Verlobungsweges, die sich offensichtlich schwach bewegte. Der Mann traute sich nicht, die Tasche allein zu öffnen und bat so eine weitere Passantin um Hilfe. Was beide beim Öffnen dann sahen, machte sie fassungslos. Denn in der Tasche befand sich eine extrem abgemagerte Border-Collie-Mix-Hündin. Umgehend verständigten die Zeugen das Mammut-Tierheim, woraufhin Marion Herzog zum Fundort fuhr und die Hündin dann zur Tierärztin Sabine Tiemann nach Ennigerloh brachte, die aber nichts mehr tun konnte. Die Hündin starb nur wenig später.

„Die Hündin wog nur noch 5,8 Kilogramm, normal sind 15 bis 20 Kilogramm“, zeigte sich Christiane Schäfer, Vorsitzende des Mammut-Tierheims, beim Blick auf Fotos vom Fundort erschüttert. Gleiches galt auch für Tierheimleiterin Marion Herzog: „Die Tierärztin sagte mir, einen Hund in solch einem Zustand habe sie noch nie gesehen.“

Denn die schätzungsweise über zwölf Jahre alte Border-Collie-Mix Hündin war nicht nur extrem abgemagert, auch ihr Zahnstatus war katastrophal. Zudem hatte das Tier total eingewachsene Nägel und war stark verfloht. Die Hündin muss einen mehrere Monate langen oder gar längeren Leidensweg hinter sich gehabt haben, vermuten die beiden Tierheimmitarbeite­rinnen. Am Ende waren die Folgen der Tierquälerei so enorm, dass die Hündin vor lauter Schwäche nicht einmal mehr durch ein leises Winseln auf sich aufmerksam machen konnte und sich fast nicht mehr bewegte. „Man konnte den Herzschlag nur so eben noch sehen“, berichtete Marion Herzog.

„Man denkt immer, so etwas gibt es nur im Ausland“, zeigte sich Christiane Schäfer verständnislos. Hätte der Besitzer die Hündin rechtzeitig vor dem Tierheim abgelegt, hätte sie möglicherweise noch eine Chance gehabt. Inzwischen hat das Tierheim Anzeige gegen Unbekannt erstattet und hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung, um dem Tierquäler auf die Spur zu kommen. Zwei Fragen stehen hier im Raum: Wer hat möglicherweise am Samstag in Vorhelm eine Person mit der auffälligen Einkaufstasche gesehen? Ist jemandem das Halsband bekannt, das die Hündin trug? Hinweise nimmt das Tierheim unter Telefon 0 25 28 / 36 30 oder per E-Mail an entgegen.

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