Hünemeier freut sich auf die Premier League



Brighton (nd) - „Das ist der Wahnsinn“: Auch gut eine Woche nach dem Aufstieg mit Brighton & Hove Albion in die englische Premier League schwebt Uwe Hünemeier (31) auf Wolke sieben. „Die Glocke“ sprach mit dem in Rietberg-Bokel aufgewachsenen Fußballprofi, der für Borussia Dortmund und den SC Paderborn spielte.

Erstklassig: Der Ex-Paderborner Uwe Hünemeier feiert mit den Fans von Brighton & Hove Albion den Aufstieg in die Premier League.

„Die Glocke“: Mit Paderborn ging es 2014 hoch in die 1. Bundesliga, jetzt mit Brighton & Hove Albion der Aufstieg in die englische Premier League. Welches Fans können besser feiern?

Hünemeier: Da gibt’s keinen Unterschied. Beide Aufstiegsfeiern waren feucht-fröhlich und haben riesig Spaß gemacht. In Paderborn war es seinerzeit emotionaler, der Druck im letzten Spiel gegen Aalen war enorm. Wir mussten siegen, lagen 0:1 zurück und haben dann 2:1 gewonnen. In Brighton war der Aufstieg abzusehen und wegen unseres großen Vorsprungs an der Tabellenspitze letztlich eine Frage des Zeitpunkts. Eine ganz tolle Geschichte, gerade weil wir im Jahr zuvor so knapp in den Playoffs gescheitert waren.

„Die Glocke“: Ihr Vertrag in Brighton läuft bis 2018. Wie groß ist die Vorfreude auf die Premier League?

Hünemeier: Riesengroß. Dass wir es jetzt geschafft haben, ist unglaublich. Wegen einer langwierigen Verletzung war ich lange außen vor und kam erst wieder in die erste Elf, nachdem sich zwei Innenverteidiger verletzt hatten. Die vergangenen neun Spiele habe ich alle komplett gemacht.

„Die Glocke“: Auf welches Duell in der Premier League freuen Sie sich am meisten?

Hünemeier: Auf die Spiele gegen den FC Liverpool mit Jürgen Klopp, der bei Borussia Dortmund mein Trainer war.

„Die Spielweise in England ist intensiver und physischer“

„Die Glocke“: Was ist das Erfolgsgeheimnis von Brighton & Hove Albion?

Hünemeier: Da ist zum einen unser Trainer Chris Hughton. Er hat den Verein vor zweieinhalb Jahren vor dem Abstieg gerettet, Stück für Stück weiterentwickelt und jetzt zum Aufstieg geführt. Und selbstverständlich hat auch unser Besitzer und größter Geldgeber (Poker-Millionär Tony Bloom, Anm. d. Red.) einen großen Anteil. Er ist leidenschaftlicher Brighton-Fan, für ihn ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Er hat 250 oder 300 Millionen Pfund in den Verein gesteckt. Bemerkenswert auch: Nach dem verpassten Aufstieg vor einem Jahr hat er den kompletten Kader zusammengehalten, obwohl Transfererlöse möglich gewesen wären. Das war ein wichtiges Zeichen.

„Die Glocke“: Die Championship, die zweite englische Liga, ist mit einem Spielermarktwert von geschätzten 840 Millionen Euro die wertvollste und mit 46 Pflichtspielen plus zwei Pokalwettbewerben wohl auch die härteste zweite Fußball-Liga der Welt. Inwiefern unterscheidet sie sich sportlich von der 2. Bundesliga?

Hünemeier: Die Spielweise in England ist intensiver und physischer, das Tempo enorm hoch. Dafür sind die deutschen Mannschaft taktisch etwas besser geschult.

„Ich hoffe sehr, dass der Klassenerhalt gelingt“

„Die Glocke“: Als Sie im August 2015 nach Brighton wechselten, war Paderborn gerade aus der 1. Bundesliga abgestiegen. Jetzt droht dem SCP der Sturz in die Viertklassigkeit. Wie sehr leiden Sie mit Ihrem Ex-Verein?

Hünemeier: Sehr. In Paderborn habe ich die intensivste Zeit meiner Karriere verbracht, gerade auch, weil es meine Heimat ist. Dass es nach meinem Abschied derart bergab ging, war damals nicht abzusehen. Da ist in den vergangenen zwei Jahren extrem viel schief gelaufen. Ich verfolge die Spiele noch immer intensiv und hoffe sehr, dass der Klassenerhalt gelingt.

„Die Glocke“: Wann werden Sie wieder in Deutschland Fußball spielen?

Hünemeier: Das ist schwierig zu planen. Ich fühle mich fit und will auch nach 2018, wenn mein Vertrag in Brighton ausläuft, noch einige Jahre spielen – wo auch immer.

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