Humorvolle Liebeserklärung ans Münsterland



Enniger / Ahlen (ak) - „Die Wände sind liebevoll dekoriert und legen Zeugnis ab von der Geschichte des 1901 erbauten Hauses. Es ist nicht nur eine urige Kneipe sondern Oldtimer- und Dampfloktreff und ein Ort für Kleinkunst auf hohem Niveau“. Eine Liebeserklärung an den Pängel Anton in Enniger hat am Freitagabend Paul Stänner abgegeben.

Der Autor Paul Stänner hat im Pängel Anton in Enniger aus seinem Buch „111 Orte im Münsterland, die man gesehen haben muss“ vorgelesen.

 Der Berliner Journalist mit Ahlener Wurzeln stellte sein neues Buch „111 Orte im Münsterland, die man gesehen haben muss“ vor. Über seine Schwester Ursula Venker aus Ahlen war er auf das Ennigeraner Kleinod gestoßen und hatte ihm ein Kapitel seines Buchs gewidmet.

Mucksmäuschenstill war es im vollbesetzten Saal, als der Autor las. Mit einer guten Beobachtungsgabe, einem Augenzwinkern und einer Prise Humor stellte er reizvolle Orte vor, die nicht so bekannt, mitunter skurril und eigentümlich, aber auf jeden Fall wert sind, entdeckt zu werden. Es fehlen nicht die für das Münsterland typischen Wasserburgen, Klöster und Kirchen. Innerhalb eines Dreivierteljahres hat Paul Stänner alle 111 Orte aufgesucht, recherchiert, Besonderheiten zusammengetragen und Geschichten geschrieben. „Was macht den Münsterländer aus?“, fragte er das Publikum, um gleich darauf selbst eine Antwort zu geben. „ Er ist intelligent, leistungsstark und wagemutig.“

Erst Minuten später erfuhr das Publikum, dass eine beliebte Hunderasse, nicht aber der Mensch gemeint war. Der zahlreich erschienenden Verwandtschaft aus Ahlen schilderte Stänner seine Eindrücke von der im Jahr 2000 stillgelegten Zeche. Fasziniert hatte den Berliner nicht nur der Hochseilgarten sondern auch die Tuning-Firma „edo-competition“ mit Ferraris zum „Abheben“ und dem Museum der Grubenfeuerwehr. Stets mit wachem Blick beschrieb er kurzweilig Orte, die einen Besuch wert sind. Die kleinen Anekdoten kamen beim Publikum an, nach einer Stunde war an Aufhören nicht zu denken.

Die Kraftfahrer-Kapelle als Mahnmal der Raserei in Everswinkel-Raestrup hat in dem Buch ebenso seinen Platz gefunden wie das Kloster Gerleve, der Hochzeitswald in Coesfeld und das Schloss Lembeck. Und ganz zum Schluss erfuhr das Publikum auch noch, dass Doris Day ihre großväterlichen Wurzeln in Warendorf hat. Mit seinem Buch hat der Autor angeregt, die Heimatregion näher zu erforschen und mit den lebendigen Schilderungen Lust auf Entdeckungen gemacht.

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