Hypovereinsbank öffnet Partnerfiliale



Gütersloh (din) - Im Rathaus richten sich die Blicke in jüngster Zeit sorgenvoll Richtung Münsterstraße. Das Brillengeschäft Lukarsch ist in November umgezogen, das Fahrradgeschäft Reipschläger gerade eben, bei Exit & Friends läuft der Ausverkauf, der Krane-Laden steht leer.

An der Münsterstraße herrscht eine ähnliche Fluktuation wie an der Berliner Straße. Bei Reipschläger (rechts) zieht ein Hypovereinsbank-Finanzpartner ein. Es wird schon gebaut.  Bild: Dinkels

Und voraussichtlich Mitte Juli wird die Sparda-Bank in die ehemaligen Commerzbank-Räumlichkeiten an der Berliner Straße umziehen.

Es gibt aber auch Zuzug: Die Hypovereinsbank (HVB) eröffnet eine Filiale im ehemaligen Ladenlokal von Reipschläger. Das bestätigte ein Sprecher in der Münchner Zentrale der „Glocke“. Der Umbau für die neuen Nutzer hat begonnen. Die Eröffnung soll schon in den nächsten vier Wochen erfolgen. Details wollte der Sprecher nicht nennen.

Unter dem Titel „Karriere in Gütersloh“ hatte die Hypovereinsbank vor knapp drei Wochen noch „Berater in unserer Finanzpartner-Filiale“ gesucht. Der Anzeige ist zu entnehmen, dass  eine Filiale mit einer Selbstbedienungszone (SB) eingerichtet wird. Sie folgt dem neuen Expansionskonzept der Münchner Großbank, das an das Franchise-Konzept von Restaurantketten erinnert.

Danach werden neue Filialen von selbstständigen Finanzpartnern geführt. Sie tragen das wirtschaftliche Risiko, profitieren aber von der Zusammenarbeit mit einer Großbank. Auf diese Weise will die HVB vor allen in bislang nicht erschlossenen Regionen expandieren, wie Privatkundenvorstand Peter Buschbeck laut einem Bericht der „Financial Times“ im März erläuterte.

Mit dem neuen Filialkonzept soll das Privatkundengeschäft in Deutschland gestärkt werden. Ein Expansionsschwerpunkt ist Nordrhein-Westfalen. Die HVB ist die erste Bank, die ihre (neuen) Filialen auslagert. Sie stellt ihren Partnern die Standorte gleichsam schlüsselfertig zur Verfügung einschließlich Werbetafeln und Geldautomaten. Die Finanzpartner zahlen dafür eine Gebühr und sind auf HVB-Produkte festgelegt. Auf ihrer Internet-Seite wirbt die Bank Partner für dieses Konzept.

Die Hypovereinsbank ist Teil der UniCredit. Mit mehr als 162 000 Mitarbeitern und 10 000 Geschäftsstellen in 22 Ländern zählt sie zu den größten Bankengruppen Europas. In Deutschland gehört die Hypovereinsbank mit rund 20 000 Mitarbeitern und etwa 780 Geschäftsstellen nach eigener Darstellung zu den größten Finanzinstituten. Die nächsten Filialen befinden sich in Bielefeld, Osnabrück und Münster.

An der Münsterstraße hatte im vergangenen Jahr die Commerzbank ihren Standort optimiert.

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