Im Namen steckt Liebe zur Poesie



Everswinkel (wm) - Die Bürger müssen ein Faible für Gedichte haben. Da ist sich Dieter Lohmann sicher. Nicht umsonst habe Everswinkel die Silbe „Vers“ verinnerlicht. Das gilt auch für Alverskirchen. Schließlich dichtete er: „Versmar ist die Bauerschaft, die es ohne Vers nicht schafft!“

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Mit nur wenigen Zeilen aus seiner Feder hatte der Beelener „Gebrauchslyriker“ die Herzen des Everswinkeler Publikums erobert, das zur letzten „Bühne-frei“-Vorstellung des Kulturkreises in diesem Jahr zahlreich in den Saal der Gaststätte Diepenbrock gekommen war. Die Hommage an Everswinkel ergänzte Dieter Lohmann mit wohlgesetzten und humorigen Reimen über die Kartoffel-Kürbiscremesuppe, über Satzzeichen, die auch Gefühle haben, über verlockende Kuchenbüffets oder die „Mutter Theresa“ der Bauernhöfe, Inka Bause. Tosender Beifall war ihm sicher. Auch musste Dieter Lohmann versprechen, im nächsten Jahr wiederzukommen.

Ein abwechslungsreiches Programm hatte das Team um Susanne Müller für den Kleinkunstbühnenabend zusammengestellt. Musikalisch – und nicht weniger humorvoll – wurde es durch „Die 3 lustigen 2“ eröffnet. Virtuos an den Gitarren, lästerten Alexander Bietmann und Andreas Völker mit funkigen Klängen über den demografischen Wandel, über Bettgeschichten oder Freundinnen, die keinen Metal-Sound mögen.

Kabarettist Manne Spitzer aus Münster unterhielt köstlich mit Erlebnissen mit seinem manchmal „durchgeknallten“ Kumpel Matthias Kleine-Bartenhorst aus Freckenhorst. Dazu gehörten ein philosophischer Banküberfall, bewaffnet mit dem kategorischen Imperativ, die Märchen „Rotkäppchen und der böse Rolf“ sowie „Der Froschkäfig“. Verblüffend war auch die Aussage des „Kumpels“, der sein Geld als Schaufensterdekorateur bei Aldi verdient, dass sich die Anschaffung von Geigerzählern nur bei ganz großen Orchestern lohne.

Professionelle Bühnenluft hat Bastian Lennart schon geschnuppert, der seine Schauspiel- und Gesangskarriere bei der Kulturinitiative „Filou“ in Beckum begonnen hat, später an den Schauspielhäusern Bochum und Düsseldorf arbeitete. In Everswinkel präsentierte er Sinatra-Welthits von „That’s life“ bis „New York“, „Unforgettible“ von Nat King Cole oder „Summertime“ aus der Oper „Porgy and Bess“ und erhielt verdienten Beifall dafür.

Einen „Kracher“ hatte Susanne Müller für den Schluss versprochen und Wort gehalten. Mit der Band „BlueSwing“ mit Burkard Nierhaus (Gesang), Joachim Steffenhagen (Saxophon), Frank Harbour (Piano), Holger Nauendorff (Gitarre), Hermann Weichelt (Bass) und Alexander Kipp (Schlagzeug) wurde es auf der Mini-Bühne richtig jazzig. Seit 2007 arbeiten die ambitionierten Freizeitmusiker zusammen und harmonieren in den Stücken, die sie zum Teil neu arrangiert haben, einwandfrei. Die einzelnen Talente, die mit Herzblut und Spielfreude vorgeführt wurden, erhielten immer den verdienten Zwischenapplaus.

 Moderatorin Susanne Müller bedankte sich abschließend nochmals bei allen Akteuren und besonders beim Bühne-frei-Team, das hervorragende Arbeit geleistet habe.

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