Im Niemandsland hat Mähmaschine Pause



Alverskirchen (bjo) -  „Ich wohne im Niemandsland“, vermutet Architekt Günter Schmidt. Der Alverskirchener lebt seit Jahren am Vinckenbusch, sein Grundstück grenzt an den Straßengraben zur Kreisstraße 3. Eben dieser Straßengraben ist Grund für die Vermutung Schmidts, im Niemandsland zuhause zu sein.

An der Straße "Am Vinckenbusch" in Alverskirchen gibt es Probleme mit dem Mähen des Grüns im Grabenbereich.

Denn entlang des angrenzenden Waldes Vinckenbusch, von dem die Siedlung ihren Namen hat, wird der Graben regelmäßig gemäht – wohl im Auftrag des Kreises Warendorf, wie der Architekt meint. Und auch Richtung Alverskirchener Dorfmitte wird gemäht – dort im Auftrag der Gemeinde Everswinkel. Und das ist erst wieder vor einigen Tagen geschehen. Soweit, so gut.

Nicht gemäht worden ist allerdings ein gut 40 Meter langes Grabenstück – genau diese grenzt an Schmidts Grundstück. Warum gerade „seine“ 40 Meter nicht unters Messer genommen werden? Günter Schmidt kann sich das nicht erklären.

Im vergangenen Jahr war das „Mähproblem“ erstmals aufgetreten, das er in zahlreichen Telefonaten der Gemeinde und dem Kreis Warendorf gleichermaßen geschildert hat. „Sie finden keine Lösung. Letztlich lassen sie uns hängen“, bilanziert er diese Gespräche. Vielleicht fällt das Fazit auch so ernüchternd aus, weil der Grundstücksbesitzer im vergangenen Jahr die Hoffnung auf eine Lösung hatte und die fehlenden 40 Meter gemäht worden waren. Die Mäher im Gemeindeauftrag waren jetzt wieder aktiv – und das Stück an Schmidts Grundstück blieb wieder ausgespart.

Ein wenig Abhilfe schafft Günter Schmidt mit dem eigenen Rasenmäher. „Wenn wir hier nicht tätig würden, würde alles zuwachsen“, weiß der Architekt. Dabei ist das Schmidts Meinung nach nicht seine Aufgabe. „Der Gemeinde gehört ein ein Meter breiter Streifen neben dem Straßengraben. Dort soll eventuell in Zukunft einmal ein Radweg entstehen“, erläutert Günter Schmidt. Die „Rasenmähermethode“ allerdings stößt an ihre Grenzen, das Mähen an den Grabenschrägen sei schlicht nicht möglich.

Zur Aufklärung des Sachverhalts trägt Everswinkels Umweltbeauftragter Bernd Schumacher bei. „Die Wiese an der Einfahrt zum Vinckenbusch wird sechs Mal im Jahr gemäht“, erklärt er. Der Graben allerdings sei nur drei Mal im Jahr an der Reihe. Und bei diesen drei Malen seien auch die 40 Meter entlang des Schmidtschen Grundstücks dran, versichert er. Also: Problem gelöst!?

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