In das Kanalsystem fließen Millionen



Rheda-Wiedenbrück (ng) - Kräftig investiert werden soll in den kommenden Jahren in das städtische Kanalisationsnetz sowie in die Kläranlage in Rheda. Bis 2019 sind Investitionen in Höhe von 70,7 Millionen Euro geplant, bis 2025 sollen sogar 92,4 Millionen Euro verbaut werden.

Bis 2025 sollen nach Auskunft Schneiders 73,5 Millionen Euro in die Sanierung und den Ausbau des städtischen Kanalnetzes gesteckt werden. Weitere 18,9 Millionen Euro sind für Instandhaltung und Aufrüstung der Zentralkläranlage an der Marienfelder Straße veranschlagt.

Das geht aus dem Abwasserbeseitigungskonzept hervor, das Wolf-Uwe Schneider in der Sitzung des Betriebsausschusses vorgelegt hat. „Ich bin guten Mutes“, sagte der Leiter des städtischen Eigenbetriebs Abwasser auf die Frage, ob die vorgesehenen Investitionen in Millionenhöhe logistisch und personell überhaupt zu stemmen sind. Zweifel daran hatten zuvor CDU, SPD und die Bündnisgrünen geäußert. „Glauben Sie wirklich daran, was Sie gerade gesagt haben?“, fragte Günter Steiling (CDU) Klärwerksleiter Schneider mit Blick auf die Investitionspläne. Über die vielen Kanalbaumaßnahmen wunderte sich auch Peter Berenbrinck (SPD). „Demnächst muss man riesige Umwege fahren, weil überall Straßen aufgerissen und Kanäle erneuert werden.“ Peter Rentrup (Grüne) meldete „erhebliche Zweifel“ an der Umsetzbarkeit der zahlreichen Einzelmaßnahmen an. Er verwies darauf, dass von den 105 im Abwasserkonzept für die Jahre 2008 bis 2013 eingestellten Projekten nur 55 realisiert worden seien. Schneider hielt dagegen, dass im selben Zeitraum aber 34 außerplanmäßige Maßnahmen zusätzlich abgearbeitet worden seien. Mit den Auswirkungen der Gesamtinvestitionen auf die Abwassergebühren beschäftigte sich Johannes Klink (FDP). „Die Bürger müssen mit einem erheblichen Kostenanstieg rechnen“, prognostizierte er. „Es nützt nichts, die Dinge schönzureden.“ Bis 2025 sollen nach Auskunft Schneiders 73,5 Millionen Euro in die Sanierung und den Ausbau des städtischen Kanalnetzes gesteckt werden. Weitere 18,9 Millionen Euro sind für Instandhaltung und Aufrüstung der Zentralkläranlage an der Marienfelder Straße veranschlagt. Durchschnittlich sieben Kilometer Kanal sollen pro Jahr erneuert werden. Bislang waren es zwei Kilometer jährlich. Schneider: „Das Kanalsystem stellt ein immenses Infrastrukturvermögen dar. Zur Erhaltung von Bausubstanz und Funktionalität muss jedes Jahr ein Fünfzigstel der Gesamtlänge saniert werden.“ Die Kläranlage mit einer Kapazität von 105 000 Einwohnergleichwerten soll unter anderem eine neue Schlammentwässerung und -trocknung, eine Zusatzstufe zur Beseitigung von Kleinstschadstoffen und ein neues Nachklärbecken erhalten.

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