In diesem Jahr keine Entscheidung mehr



Kreis Gütersloh (mn) - In diesem Jahr wird der Kreis Gütersloh nicht mehr über den Antrag des Fleischwerks Tönnies auf Ausweitung der Schlachtkapazität im Werk Rheda entscheiden. Das hat Abteilungsleiter Bernhard Bußwinkel am Montagnachmittag in der Sitzung des Kreisausschusses erklärt.

Über die beantragte Ausweitung der Schlachtkapazität im Tönnies-Fleischwerk in Rheda wird der Kreis Gütersloh in diesem Jahr nicht mehr entscheiden.

Als Grund nannte der Chef der Abteilung Bauen, Wohnen, Immissionen des Kreises unter anderem die vom Fleischkonzern angeforderte, aber noch nicht vorliegende Ergänzung des Geruchsgutachtens. Erst wenn dieses Expertenpapier da und in den Antrag eingearbeitet worden sei, könnten weitere Beschlüsse gefasst werden, erklärte Bußwinkel bei der Beantwortung zweier Anfragen der Gruppe der Linken. So muss beispielsweise im Rahmen der abschließenden Umweltverträglichkeitsvorprüfung entschieden werden, ob noch eine separate Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist. Ist sie nötig, gehen weitere Monate bis zu einer endgültigen Entscheidung über den Tönnies-Antrag ins Land.

Unterlagen sind noch nicht komplett

Wie berichtet, will das Fleischwerk seine Schlachtkapazität in Rheda von 3000 auf 3500 Tonnen Lebendgewicht pro Tag aufstocken. Dagegen hat sich an verschiedenen Stellen Widerstand formiert und ein Bündnis gebildet. Für Kreistagsmitglied Hans-Werner Elbracht von den Linken geht „kein Weg an einer Umweltverträglichkeitsprüfung vorbei.“ In ihren jüngsten Anfragen zu dem Genehmigungsverfahren haben die Linken die Themen Trinkwasserversorgung und Bioaerosole (in der Luft befindliche Teile biologischer Herkunft, denen Pilze, Bakterien, Viren und dergleichen anhaften können) aufgegriffen.

Gutachten wird geprüft

In puncto Trinkwasser erklärte Bußwinkel, die von der Abteilung Gesundheit des Kreises aufgeworfenen Fragen seien nach Kontaktaufnahme mit dem Wasserversorger geklärt. „Das Thema ist vom Tisch“, so der Abteilungsleiter. Für die Bioaerosole gelte das noch nicht, weil das nachgeforderte Gutachten erst vor einer Woche eingegangen sei und noch von der Abteilung Gesundheit geprüft werde. „Aus Sicht der Fachbehörde ist das Konzept schlüssig. Wir können keine Konflikte erkennen. Wenn aber Fragen offen bleiben, werden wir noch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz einschalten.“

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