Junge vom Lande startet Fernsehshow



Münster (kut). Mancher Prominente mag seine Biografie aufpeppen, um besser dazustehen. Guido Maria Kretschmer lacht darüber. „Ich bin ein Junge vom Lande“, sagt der Modedesigner, der am 30. Januar seine erste eigene Fernsehshow bei Vox präsentiert. Kretschmer ist in Warendorf-Einen aufgewachsen.

Der Designer Guido Maria Kretschmer zeichnet auf einem Zuschneidetisch in einem Atelier. Kretschmer ist in Warendorf aufgewachsen.

Das Klischee vom sturen Westfalen kann Guido Maria Kretschmer damit nicht meinen. Fröhlich und wortreich überblickt der 46-Jährige seine Karriere als Designer von Corporate Fashion (Firmenmode) und exklusiver Tages- und Abendgarderobe. „Mein erster richtig zahlender Kunde war Udo Lindenberg“, erinnert sich der gebürtige Münsteraner an die Brokat-Jacken, die der Musiker an einem Marktstand auf Ibiza bei ihm einmal erstand.

Ab Montag, 30. Januar, geht Kretschmer mit Wohnsitzen auf Mallorca, in Berlin, München und Münster mit der „Shopping Queen“ jeden Werktag um 15 Uhr auf Sendung: Fünf Frauen bekommen je 500 Euro, um sich nach einem Motto wie „das erste Date“ oder „roter Teppich“ passend einzukleiden. Kretschmer kommentiert den Einkauf, am Ende werden Punkte vergeben. Die Siegerin wird „Shopping-Queen“.

Viele hätten ihn für verrückt erklärt, eine tägliche Sendung zu produzieren, erzählt der Designer. Mittlerweile ist die erste Staffel abgedreht, Testvorführungen haben gute Ergebnisse erzielt, so dass die nächsten 150 Folgen sicher sind. „Mir macht die Show Freude. Ich bin ein empathischer Mensch, und beim Thema ,Textil’ fühle ich mich auf sicherem Terrain.“

Ihm gehe es nicht darum, Menschen vorzuführen, sondern zu zeigen, wie eine Frau ihren ureigenen Stil findet. Das müsse nicht die 16-Jährige in Größe 32 sein. „Es ist genauso möglich, dass die kleine dicke Mutti die Höchstpunktzahl erreicht.“

Apropos: Mütter. Auch auf seine eigene lässt er nichts kommen. Die holt ihn schon wieder auf den Boden, sollte er zu Höhenflügen ansetzen. „Ich besuche meine Eltern in Münster oft“, sagt er. „Ich liebe sie sehr.“ Überhaupt sei er ein äußerst bodenständiger Mensch – etwas, das ihn mit Schauspieler und Regisseur Detlev Buck verbinde, für dessen aktuellen Film „Rubbeldiekatz“ er die Kostüme geschneidert hat. „Mir gefällt, dass er so bescheiden geblieben ist. Wir sind dicke Freunde, Jungs vom Lande, die als Kinder gewagt haben zu träumen. Hinterm Acker haben wir mit Fantasie und Mut unsere Welt kreiert.“

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