JVA-Hafthaus Ummeln noch sicherer



Bielefeld (gl). Die Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne hat eine neue Zu- und Abgangsabteilung in ihrem Hafthaus Ummeln eingerichtet. Damit sei die Zusammenlegung der Anstalten Bielefeld-Senne und Bielefeld-Brackwede II abgeschlossen, erklärte Uwe Nelle-Cornelsen, Leiter der JVA Bielefeld-Senne.

Gewährten Einblick in den Gefängnisalltag: Bereichsleiter Karsten Blotevogel (l.) und JVA-Leiter Uwe Nelle-Cornelsen.

In der neuen zentralen Abteilung, die jetzt eingeweiht worden ist, beginnt für die Inhaftierten nun der Aufenthalt in der Haftanstalt. Hier überprüfen JVA-Mitarbeiter, ob die Männer für eine Unterbringung im offenen Vollzug geeignet sind, ob sie eine spezielle Behandlung benötigen oder in welche der JVA-Einrichtungen sie am besten passen. Dabei schätzen sie zum Beispiel ein, ob die Gefangenen suchtgefährdet oder gewaltbereit sind. Auch das Gerichtsurteil oder das Vorstrafenregister werden mit einbezogen. „So ein Verfahren dauert etwa zwei bis drei Tage“, sagte Nelle-Cornelsen. Während dieser Zeit sind die Inhaftierten in der neuen Zu- und Abgangsabteilung untergebracht, die sich über drei Ebenen erstreckt. Sie verfügt laut Nelle-Cornelsen über 76 Plätze mit 19 Hafträumen. Auf den Fluren können die Männer sich unter Aufsicht weitgehend frei bewegen. Für diejenigen, bei denen bezweifelt wird, ob sie sich für den offenen Vollzug eignen, stehen gesicherte Haftplätze, davon sechs Kamera überwachte Räume, zur Verfügung. Sie werden danach in Anstalten mit geschlossenem Vollzug verlegt.

Gut gesíchert

 In der JVA Bielefeld-Senne verbüßen die Gefangenen ihre Strafe im offenen Vollzug. Die neue Zu- und Abgangsabteilung in Ummeln ist daher nach außen gesichert. Dafür mussten unter anderem Gitter und elektronisch verschließbare Türen eingesetzt werden. Rund 500 000 Euro habe die Umwidmung insgesamt gekostet, sagte der JVA-Chef. Wenn festgestellt wird, dass Inhaftierte sich für den offenen Vollzug eignen, bleiben sie in der JVA, können zum Beispiel an einer der Außenstellen einer Beschäftigung außerhalb der Anstalt nachgehen. Die Gestaltung sei aber von Fall zu Fall unterschiedlich, machte Uwe Nelle-Cornelsen klar. Wer einen speziellen Behandlungsbedarf hat, kann auch in eine der Außenstellen mit besonderem Behandlungsschwerpunkt verlegt werden, etwa in das Jungtäterprojekt in Verl oder zur Therapievorbereitung nach Steinhagen.

1676 Haftplätze

Die Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne verfügt über 1676 Haftplätze für männliche und weibliche Gefangene in zwei Hafthäusern in Bielefeld sowie in 16 Außenstellen in den Kreisen Gütersloh, Paderborn und Warendorf. Die JVA Bielefeld-Senne ist gemessen an der Anzahl der Haftplätze die größte Justizvollzugsanstalt in Deutschland und die größte offene Justizvollzugsanstalt in Europa. Rund 430 Mitarbeiter sind für die JVA Bielefeld-Senne tätig.

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