Kampagne zum Thema Demenz gestartet



Oelde (gl) - Motorradfahrer schrauben mit Demenzkranken. Handwerker leiten sie beim Basteln an. Schüler führen ein Theaterstück mit ihnen auf. Ideen wie diese hat Wolfgang Bovekamp viele. Dass sie realisiert werden, dafür will er sich jetzt als Präsident des Rotary Clubs Beckum-Oelde einsetzen.

Machen sich stark für das Thema Demenz: (v. l.) Josef Zumhagen (Vorsitzender des Gemeindienstes Rotary Club Beckum), Sonja Steinbock (Demenz-Servicezentrum Münsterland), Dieter van Stephaudt (Leiter der Familienbildungsstätte Oelde) und Wolfgang Bovekamp (Präsident des Rotary Clubs Beckum-Oelde) in der Familienbildungsstätte in Oelde.

Üblicherweise nimmt sich jeder Präsident für seine einjährige Amtszeit ein Schwerpunktthema vor. Seines lautet: „Wir möchten die Sicherheit der Bürger im Umgang mit Menschen mit Demenz stärken.“ Nun heißt es also erst einmal Klinken putzen. „Wir lassen keine Tür zu. Wir sind wild entschlossen“, sagte Wolfgang Bovekamp bei der Vorstellung der Kampagne in der Familienbildungsstätte (FBS) in Oelde. Mit der FBS, dem Demenz-Servicezentrum Münsterland und der Alzheimer-Gesellschaft im Kreis Warendorf hat er bereits Kooperationspartner gewonnen.

„Ich möchte als Türöffner tätig werden und Kontakte herstellen.“ So formulierte Bovekamp, Pfarrer im Ruhestand, seine Rolle. Dabei sei von Vorteil, dass er bislang mehr als 40 Jahre in Oelde tätig gewesen sei. Er möchte Kontakt mit dem Ärztenetzwerk BEO (Beckum-Ennigerloh-Oelde) aufnehmen, um eine mobile Sprechstunde einzurichten. Diese soll eine erste Anlaufstelle für Demenzkranke und Angehörige sein. Zudem solle sie Ärzte entlasten, denen oft die Zeit für Beratungen fehle. „Das wäre ein Novum“, meinte Bovekamp. Er freut sich zugleich über die vielen Initiativen zum Thema Demenz, die bereits in und um Oelde bestehen. Mit diesen wolle die Kampagne nicht in Konkurrenz treten.

Bovekamp sieht Demenz ebenso wie das Thema Flüchtlinge als eine der größten Herausforderungen in den nächsten Jahrzehnten. „Es ist mir ein Herzensanliegen.“ Er möchte auf Schulen, Kindergärten, Vereine, Firmen und den Einzelhandel in Oelde und den Ortsteilen zugehen. Sie alle sollen helfen, Bürger für das Thema Demenz zu sensibilisieren. Auch Vorträge sind geplant. Der Rotary Club stellt nach einer Spendensammlung 10.000 Euro für die einjährige Kampagne bereit. Zudem wird es eine Sprechstunde geben, in der sich jeder einbringen kann. „Sie können mit allem kommen, auch mit verrückten Ideen“, sagte Sonja Steinbock vom Demenz-Servicezentrum. „Wir helfen bei der Umsetzung.“

Wer Ideen für die Kampagne „Offenes Engagementnetz für ein Leben mit Demenz“ hat, kann diese jeden Mittwoch zwischen 14.30 und 17.30 Uhr persönlich im Seminarraum der FBS mit Sonja Steinbock besprechen, Telefon 0172/5142422, demenzkampagne-oelde@gmx.de.

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