Kaplan Philip Peters verlässt Oelde



Oelde (eh) - Ansprechpartner für alle Katholiken in Oelde wollte er sein und neue Wege gehen, besonders in der Arbeit mit jungen Leuten. Fast vier Jahre ist es her, dass Philip Peters seine Ziele für seine Zeit als Kaplan in St. Johannes formuliert hat. Nun steht er kurz vor dem Abschied aus Oelde.

Der Kontakt zu jungen Leuten in der Pfarrei St. Johannes ist Kaplan Philip Peters besonders wichtig gewesen. Das Bild zeigt (v. l.) Jan Bömler, Sebastian Tigges, Sebastian Schmidt, Kaplan Philip Peters und Lkuas Krabus bei einer Ostereierfärbeaktion.

Wer ihn in den Gemeinden erlebt hat, der weiß: Der heute 32-Jährige hat Spuren hinterlassen. Ob als Seelsorger für alle Gemeindemitglieder oder als Begleiter junger Leute, als Mitorganisator bei Veranstaltungen wie dem Ökumenischen Kirchentag, als Gast bei Oelder Festen oder auch auf der Bühne im Karneval – an vielen Stellen ist Philip Peters mit den Oeldern in Kontakt gekommen. „Es hat aber eine Zeit lang gedauert, bis ich hier angekommen bin“, sagt der 32-Jährige beim Blick zurück. Denn gerade in einer so großen Pfarrei wie der Oelder brauche es viele Monate, um die Menschen kennenzulernen und mit ihnen gemeinsam auch neue Wege gehen zu können. „Das ging erst nach zwei Jahren.“

Die Firmkatechese zum Beispiel hat Peters gemeinsam mit seinen Kollegen und einigen jungen Leuten neu gestaltet. „Wir wollten ihre Ideen einbeziehen“, betont er. Nun können Firmlinge zwischen mehr als 20 Angeboten vom sozialen Einsatz bis zur „Kanutour mit Glaubenshintergrund“ wählen. Nicht nur bei der Begleitung dieser Gruppe ist Peters klar geworden: „Es gibt tolle Jugendliche in dieser Stadt.“ Dass sich nicht mehr „die Massen“ für Kirche interessierten, müsse man akzeptieren – „aber die, die sich einsetzen, sind großartig“. Wichtig sei, dass sie Ansprechpartner hätten, die ihnen möglichst auf Augenhöhe begegneten und ihre Fragen ernst nähmen. „Ich habe gelernt, dass ich mit ihnen über Handy und Facebook kommunizieren muss, wenn ich sie erreichen möchte. Das habe ich getan.“

Oelde werde ihm auch als Stadt in Erinnerung bleiben, in der noch „alle Generationen und Schichten der Gesellschaft“ lebten. „Diese Vielfalt macht die Arbeit hier spannend.“ Und diese Vielfalt müsse gestärkt werden, indem man nicht nur Neues anstoße, sondern auch Traditionelles wie die Angebote für Senioren bewahre, betont der Kaplan. „Das ist auch ein Stück Anerkennung für die ehrenamtliche Arbeit, die hier geleistet wird.“ Seinen Teil hat Peters dazu beigetragen, nun packt er seine Koffer. Der Abschied werde ihm schwer fallen, sagt er. „Denn mir sind hier viele liebe Menschen ans Herz gewachsen.“

Neue Aufgaben im Priesteramt

Ab dem 1. September übernimmt Philip Peters die Stelle des Subregens (Stellvertretender Hausleiter) des Priesterseminars in Lantershofen in der Nähe von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dort können Männer, die kein Abitur, aber eine Berufsausbildung gemacht haben, Theologie studieren, um Priester zu werden. Bischof Dr. Felix Genn hat ihn für dieses Amt ausgewählt. „Meine Aufgabe wird es vor allem sein, die etwa 45 Studenten zu begleiten“, erläutert Peters. Gleichzeitig wird der 32-Jährige über einen Zeitraum von voraussichtlich vier Jahren an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Frankfurt promovieren.

Offizieller Abschied am 16. August

Offiziell verabschiedet wird Kaplan Peters am Sonntag, 16. August, ab 11 Uhr in der St.-Johannes-Kirche. Danach findet im Paulusheim in Oelde eine Abschiedsfeier statt.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.