Karl-Josef Laumann zu Gast im Seniorenheim



Wadersloh (gl) - Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU) hat am Mittwochnachmittag das Seniorenheim St. Josef besucht. Als Bevollmächtigter der Bundesregierung für Patienten und Pflege freute sich er sich, einen Vortrag zum Thema „an einem Tatort“ zu halten.

Begegnung auf dem Flur: Anni Bröcher (93), Bewohnerin im Seniorenheim St. Josef in Wadersloh, freute sich, die Bekanntschaft von Karl Josef Laumann zu machen. Das Bild zeigt (v.l.) die Seniorin mit Pflegedienstleiterin Astrid Thiele-Jerome, Einrichtungsleiter Andreas Wedeking, Karl-Josef Laumann und Henning Rehbaum.

In gewohnt deutlichen Worten brachte der 59-jährige Politiker seine Überzeugungen zum Ausdruck. Die größte Herausforderung in der Pflege sei nicht etwa die Bezahlung, betonte Laumann und stellte eine für ihn zentrale Frage in den Raum: „Was können wir jetzt tun, damit wir überhaupt noch genügend Menschen haben, die sich um Pflegebedürftige kümmern?“ Die Probleme könnten teilweise nicht mehr in der Familie gelöst werden, aber ausschließlich über Pflegekräfte gehe es auch nicht, unterstrich Laumann die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit zwischen Familien und professionellen Pflegekräften.

Vielfach werde der Wunsch, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu wohnen mit Einsamkeit bezahlt, sagte Laumann. „Es muss eine Tagesstruktur für Senioren geben wie für Kinder, nur anders gemacht.“ Nur für drei Prozent der Pflegebedürftigen seien Plätze in der Tagespflege vorhanden. Auch hier müsse die Prämisse der kurzen Wege gelten, Einrichtungen gut erreicht werden können.

 „Lasst unterschiedliche Wohnformen für ältere Menschen zu und unterteilt nicht nach gut und schlecht“, appellierte der Politiker. Leistungen müssten dorthin gebracht werden, wo der Pflegebedürftige wohnen wolle – und das sei alleine seine Entscheidung. Eine Lanze brach Laumann auch für eine eigene Pflegekammer in NRW, sie würde das Kräfteverhältnis im Gesundheitswesen ändern.

Begleitet wurde Karl-Josef Laumann bei seinem Besuch in Wadersloh von dem CDU-Landtagsabgeordneten Hennig Rehbaum. Einrichtungsleiter Andreas Wedeking stellt sein Haus, das einen Schwerpunkt auf die Versorgung von Demenzerkrankten legt, seinen Gästen vor. Im Foyer des Hauses hatten sich interessierte Bewohner und Besucher eingefunden. Auch die Vorsitzenden der CDU-Ortsunionen, Thorsten Gövert (Wadersloh), Klaus Grothues (Liesborn) und Stefan Braun (Diestedde) nahmen teil.

Wedeking warb bei Laumann vor allem um den Erhalt des bundesweiten Programms Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz. Das sei ein wichtiges Element, um die Träger miteinander zu vernetzen und die Krankheit Demenz in die Öffentlichkeit zu tragen. Das ist auch das erklärte Ziel von Karl-Josef Laumann, der sich außerdem für eine einheitliche Bezahlung von Pflegekräften in Krankenhäusern und in Altenheimen aussprach. „Wir werden uns daran gewöhnen müssen, das Menschen mit Demenz zum Erscheinungsbild gehören. Lasst diese Leute die Demenz leben. Wir dürfen nicht immer versuchen, das weiß Gott wie zu beeinflussen“, betonte er.

Mit einem Rundgang durch das Haus endete Laumanns dritter Besuch in Wadersloh. Bewohnerin Anni Bröcher (93) ließ es sich dabei nicht nehmen, den Besucher einen Blick in ihr Zimmer werfen zu lassen.

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