Kassel-Calden monatelang ohne Linienflüge



Paderborn/Lippstadt/Kassel-Calden (osi) - Der im Wettbewerb mit dem Regionalflughafen Paderborn/Lippstadt stehende Airport Kassel-Calden macht weiter Negativschlagzeilen. Wie der Onlinedienst des Hessischen Rundfunks berichtet, wird es dort ab November monatelang keine Linienflüge mehr geben.

Kaum Flugbewegungen verzeichnet der hessische Regionalflughafen Kassel-Calden. Ab November wird es von dort aus monatelang keine Linienflüge mehr geben.

Verhandlungen über regelmäßige Winter-Verbindungen nach Ägypten seien gescheitert. Auch geplante Kanaren-Flüge ab Februar stehen laut hr-online vor dem Aus.

Der letzte Linienflug dieses Jahres soll Kassel-Calden am 29. Oktober verlassen: eine Boeing 737 der Gesellschaft Tailwind ins türkische Antalya. Danach wird der Linienbetrieb an dem neu gebauten und zu 100 Prozent aus Steuermitteln finanzierten Regionalflughafen im Landkreis Kassel wohl erst wieder im April 2014 aufgenommen.

 „Der Winter wird ziemlich schwierig für uns“, sagte Calden-Geschäftsführerin Anna Maria Muller im Gespräch mit hr-online. Sie teilte mit, dass die geplanten Linienflüge in den Wintermonaten aus Calden in den ägyptischen Urlaubsort Hurghada am Roten Meer nun doch nicht stattfinden werden. „Der Verhandlungspartner ist abgesprungen.“ Demnach gebe es nach derzeitigem Stand keine Linienflüge ab Kassel-Calden im Winter.

Das ist nicht die einzige Hiobsbotschaft: Die bereits fest eingeplanten wöchentlichen Linienflüge ab Februar auf die Kanaren stehen auch auf der Kippe. Die Chancen dafür seien nicht mehr so groß, räumte Muller ein.

Die ersten Linienflüge 2014, die die Geschäftsführerin aktuell sicher im Calden-Programm hat, starteten im April und Mai: nach Italien, Südengland, Mallorca und in die Türkei.

Die Verantwortlichen des Flughafen Paderborn/Lippstadt blicken derweil etwas optimistischer in die Zukunft. Knapp 874.000 Passagiere sind im vergangenen Jahr von dort aus geflogen oder dort angekommen. Der künftige Geschäftsführer Dr. Marc Cezanne sieht Potenzial für mehr.

Der 46-Jährige sprach vor einigen Wochen von „Verbindungen, die noch nicht bedient werden“. Welche, sagte er zwar nicht. Es werde aber eine seiner Aufgaben nach Dienstantritt am 1. November sein, „mit den Fluggesellschaften zusammen zu überlegen, welche Anbindungen sinnvoll sind“. Für Direktflüge nach Berlin etwa gebe es spätestens dann Bedarf, wenn sich der neue Hauptstadtflughafen als Drehkreuz etabliert habe.

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