Kaum mehr Altlasten als erwartet



Gütersloh (din) - Es hätte schlimmer kommen können. So lässt sich das jüngste Gutachten zu Altlasten auf dem Flugplatzgelände an der Marienfelder Straße zusammenfassen. Außer zuvor schon bekannten Verunreinigungen muss an einigen Stellen genauer hingeschaut werden.

Aus der Vogelperspektive: Das Kasernengelände an der Marienfelder Straße mit dem Flugplatz wollen die Britischen Streitkräfte Anfang November an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zurückgeben. Seit 1935 wurde das Areal militärisch genutzt. 

Den geplanten Nutzungen als Industrie- und Gewerbeflächen sowie Naturraum stehen die Ergebnisse des Gutachtens, das am Dienstag im Umweltausschuss des Kreises vorgestellt wurde, nicht entgegen. Das Ingenieurbüro Geoscan aus Ladbergen hatte auf der Basis einer vorangegangenen Erkundung nach Aktenlage aus dem Jahr 2013 208 Gebäude und Nutzflächen wie Lager- und Übungsflächen auf Kontaminationen überprüft.

Ergebnis: 33 sind so stark mit Schadstoffen verunreinigt, dass weitere Untersuchungen notwendig sind. Dabei handelt es sich in erster Linie um Kerosin und Dieselkraftstoffe sowie Reste von Teer und Holzschutzmitteln. Außerdem wurden punktuell Tenside aus Feuerlöschmitteln festgestellt.

Als Beispiele für besonders belastete Stellen nannte Geoscan-Geschäftsführer Hans-Joachim Hoffmann eine Kesselwagen-Entladestation und einen Kraftstofflagerplatz. Dort müssten weitere Analysen zeigen, inwieweit das Grundwasser belastet sei und ob Sanierungen erforderlich seien. Wenn es dazu kommt, muss der belastete Boden ausgewechselt werden. Dafür ist dann die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Grundstückseigentümerin zuständig.

Akuten Handlungsbedarf sieht Hoffmann nicht: „Im Moment ist das Gelände gut gesichert. Es ist vollständig umzäunt. Es kann nicht jeder rein. Das wird sich auch in nächster Zeit nicht ändern“, sagte der Geologe.

Die gute Nachricht: Mehr als die Hälfte der untersuchten Flächen sei komplett unauffällig. Spuren von Sprengstoff wurden nirgends entdeckt. Nach radioaktiven Stoffen wurde nicht gesucht, wie Hoffmann bestätigte.

Unabhängig vom aktuellen Gutachten gibt es nach Angaben des Kreises zwölf seit längerer Zeit bekannte und überwachte Schadensfälle auf dem 330 Hektar großen Gelände. Davon weisen sechs so starke Boden- und Grundwasserbelastungen auf, dass sie saniert werden müssen. Auch dabei handelt es sich vor allem um Kerosinschäden. Es würden bereits Vorbereitungen getroffen, um die nötigen Arbeiten ausführen zu können, hieß es am Dienstag. Darüber hinaus würden sechs weitere Stellen überwacht, wo indes kein unmittelbarer Handlungsbedarf bestehe.

„Verglichen mit anderen Flugplätzen haben wir noch Glück gehabt, da es sich um überschaubare Belastungspunkte handelt“, sagte Wilhelm Gröver, Leiter der Abteilung Umwelt beim Kreis, im Ausschuss. Das Ergebnis sei erwartbar gewesen. Gröver wies darauf hin, dass die vorhandene Trinkwassergewinnung auf dem Gelände von den Briten übernommen werden solle. Die Landebahn würde man womöglich einfach liegenlassen.

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