Kein Platz mehr für Kaninchen und Co.



Gütersloh (hu). Die Ferienzeit hat gerade erst begonnen – und schon sind die Tierheime komplett überfüllt. Die Lage in der Gütersloher Einrichtung ist sogar so schlimm, dass dort keine Kleintiere mehr aufgenommen werden können. „Wir sind total voll“, klagt Doro Hücker, die Leiterin des Katzen-Kleintierhauses.

Alle Hände voll zu tun haben angesichts der Überbelegung des Tierheims die Mitarbeiterinnen Vanessa Austermann (links) und Doro Hücker. Insbesondere im Katzen- und Kleintierhaus ist die Situation sehr angespannt.

In den vergangenen drei Wochen seien allein 20 bis 25 Kaninchen ausgesetzt worden und im Tierheim gelandet, einige von ihnen tragend. Somit „stapeln“ sich momentan an die 50 Kaninchen und Meerschweinchen im Haus selbst oder in Pflegestellen. „Normalerweise haben wir nur Platz für 20 Kleintiere“, sagt Doro Hücker. Auch von den 160 Katzen, die derzeit im Tierheim lebten, seien 80 bis 90 Prozent ausgesetzt worden.

Problem nicht nur in den Ferien

„Das Problem beschränkt sich nicht nur auf die Ferienzeit. Es ist eher generell so, dass viele Katzen von ihren Herrchen und Frauchen im Stich gelassen werden“, erklärt die Mitarbeiterin. Die Besitzer hätten oft keine Ahnung, wie viel Arbeit ein Tier mache. Zudem hätten sie oft keinen Platz, wenn Katzen oder Kaninchen ungewollt Nachwuchs bekämen. Ferner könnten Probleme durch plötzliche Allergien auftreten. Die Tiere würden in solchen Fällen oftmals ausgesetzt. Seit einigen Jahren stagniert nach Angaben von Doro Hücker auch die Zahl der Vermittlungen. „Es lassen sich fast nur rothaarige oder dreifarbige Katzen unterbringen.“ Die Vermittlungsgebühr für eine Katze beträgt rund 110 und für einen Kater rund 90 Euro.

Infektionsgefahr steigt

Für die vier Vollzeitkräfte, die drei Auszubildenden, zwei 400-Euro-Kräfte und die vielen ehrenamtlichen Helfer ist die jetzige Situation mit sehr viel Arbeit verbunden. „Die Infektionsgefahr ist aufgrund der überbelegten Räume sehr hoch. Die Tiere werden öfter krank, sind stressanfällig und zeigen sich daher nicht von ihrer besten Seite. Deshalb sind sie auch schwerer zu vermitteln“, berichtet die Leiterin des Katzenhauses. Die Katzen blieben mittlerweile bis zu einem Jahr im Tierheim statt der bisher im Schnitt üblichen zwei Monate.

Tierheim nimmt Pensionshunde auf

Bei den Hunden ist das Problem nicht ganz so dramatisch. Zurzeit leben an die 30 Vierbeiner in der Einrichtung in Spexard, darunter drei neue Fundtiere. „Erst vor ein paar Wochen haben wir einen Hund bekommen, der offenbar von niemanden vermisst wird“, erzählt Vanessa Austermann, die seit Februar das Hundehaus leitet. Bisher habe sich noch niemand gemeldet. Wer in Urlaub fahren will und seinen Hund nicht mitnehmen kann, der kann ihn auch in Pflege geben. „Wir nehmen parallel drei Pensionshunde auf“, sagt Austermann. Wer sich ein Tier anschaffen wolle, solle sich bewusst sein, was das bedeute. „Die Tiere brauchen genügend Platz und eine artgerechte Haltung“, betont die Leiterin des Hundehauses.

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