Keine Zuweisungen, dafür Zahlungen



Harsewinkel (lw) - Nicht einen Flüchtling hat die Stadt Harsewinkel in diesem Jahr bisher zugewiesen bekommen. Ewald Lüffe, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, glaubt aber, dass sich das bald ändern könnte. Erfreut zeigt man sich bei der Verwaltung über eine andere Zuweisung: Mehr als 380 000 Euro sind eingegangen.

401 Flüchtlinge leben derzeit in Harsewinkel. Untergebracht sind sie vor allem in den städtischen Schwedenhäusern, Wohnungen und einer reaktivierten Unterkunft. In diesem Jahr hat die Kommune noch keine Zuweisungen bekommen.

Im Jahr 2015 waren es noch 425 Flüchtlinge, die der Stadt zugewiesen worden sind. 588 Asylsuchende lebten Ende des Jahres in den Harsewinkeler Unterkünften. Mittlerweile sind es 401. 190 von ihnen haben eine Aufenthaltsgestattung zur Durchführung eines Asylverfahrens, 48 werden geduldet und 163 Flüchtlinge besitzen eine Aufenthaltsgenehmigung. Neue Asylsuchende kommen aber seit Monaten nicht mehr hinzu.

Die Erfüllungsquote beläuft sich damit auf gut 82 Prozent, was einem Minus von 48 Personen entspricht, wie es in einer Vorlage der Stadtverwaltung heißt. Die Zahlen sind Gegenstand eines Berichts, der sowohl beim Integrationsrat am Dienstag, 2. Mai, und beim Sozialausschuss am Donnerstag, 4. Mai, vorgetragen wird. Die Sitzungen beginnen jeweils um 17 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses. Auch wenn die Lage momentan entspannt sei in Harsewinkel, könnten die Zuweisungszahlen bald wieder steigen, sagt Ewald Lüffe.

Die Unterbringung erfolgt überwiegend in städtischen Wohnungen, Schwedenhäusern und in einer reaktivierten Flüchtlingsunterkunft. Wöchentlich würden derzeit die Flüchtlingszahlen abgeglichen, so Lüffe. Das hänge auch damit zusammen, dass seit Anfang des Jahres das Land NRW pro Flüchtling 866 Euro im Monat überweist. „Das war am Anfang noch ein wenig holperig“, sagt der Fachbereichsleiter. Denn schon die Schreibweise der Namen sei nicht überall identisch. Deswegen seien gleich bei der ersten Zahlung neun Personen durchs Raster gefallen, was wiederum eine Nachzahlung zur Folge hatte. Für Januar ging eine Zahlung in Höhe von mehr als 207 000 Euro ein, für Februar waren es fast 175 000 Euro. Noch hinkten die Zahlungen etwas hinterher, aber langsam spiele sich das System ein, erklärt Lüffe.

Im kommenden Jahr erfolgt die nächste Umstellung: Dann soll jeder Kommune das gezahlt werden, was sie für die Flüchtlinge tatsächlich ausgibt. „Wir sind schon dabei, uns darauf einzustellen“, sagt Lüffe.

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