Knapp 100.000 Briefwähler im Kreis Gütersloh 


Im Kreis Gütersloh bahnt sich vor der Bundestagswahl am Sonntag ein Rekord der Briefwähler an. Den Kommunen entstehen dadurch Kosten.

Im gesamten Kreis Gütersloh hatten bis zum vergangenen Donnerstagabend, 16. September, bereits knapp 98.000 Bürger die Zusendung von Briefwahlunterlagen beantragt oder gleich direkt in den Rathäusern gewählt. Symbolfoto: Pixabay

Kreis Gütersloh (gl) - Dass der Briefwahlanteil schon aufgrund der Corona-Pandemie weiter steigen würde, kommt für die Kreisverwaltung nicht überraschend. In welcher Menge aber seit Mitte August Wahlscheinanträge gestellt worden seien, lasse selbst die Mitarbeitenden in den kommunalen Wahlämtern staunen. 

100.000er-Marke fest im Blick

Kreisweit hatten bis Donnerstagabend , 16. September, bereits knapp 98.000 Bürger in den Rathäusern im Kreis Gütersloh die Zusendung von Briefwahlunterlagen beantragt oder gleich direkt dort gewählt. Dies teilt das Wahlamt der Kreisverwaltung jetzt mit. 

Kreisweit entspricht das einem Anteil von knapp 37 Prozent der rund 263.000 Wahlberechtigten im Kreisgebiet. Spitzenreiter ist die Gemeinde Steinhagen: Dort hatten bereits fast 43 Prozent der Wahlberechtigten Briefwahl beantragt. 

Beantragung funktioniert auch mit QR-Code

Beim Kreis rechnet man damit, dass in dieser Woche die Marke von 100.000 Briefwählern deutlich überschritten wird. Die aktuellen Zahlen stellen im Vergleich zu allen bisherigen Wahlen einen Rekordwert dar, der außer der allgemein steigenden Beliebtheit der Briefwahl und der Corona-Pandemie auch mit der per QR-Code einfacher gewordenen Beantragung zu erklären ist. 

65.000 Briefwähler bei Kommunalwahl 2020

Bei der Kommunalwahl 2020, die ebenfalls unter Pandemiebedingungen stattfand, hatten mehr als 65.000 Wähler der Wahlberechtigten per Brief gewählt und bereits da einen Rekord aufgestellt. Bei einer ähnlichen Beteiligung wie bei der Bundestagswahl 2017 (75 Prozent) würde bei der bevorstehenden Abstimmung somit mehr als jeder zweite Wähler seine Kreuze per Brief und nicht im Wahllokal machen. 

Logistische Herausforderung in den Rathäusern

Für die Mitarbeiter der Wahlämter in den Rathäusern sei die Rekordbeteiligung bei der Briefwahl eine logistische Herausforderung, heißt es in der Mitteilung weiter. An Umschlägen, Merkblättern und Stimmzetteln werde es zwar nicht mangeln, da sie sich wegen der Pandemie vorsorglich auf eine Briefwahlbeteiligung von bis zu 50 Prozent der Wahlberechtigten eingerichtet hätten. 

Bund erstattet Personalkosten nicht

Eine Kehrseite des Briefwahlrekords: Derzeit müssten die Kommunen im Kreisgebiet bis zu 60 Mitarbeiter für das Briefwahlgeschäft abstellen. Personalkosten, die der Bund den Kommunen nicht erstatte. Auch die Zahl der Briefwahlvorstände wurde von kreisweit 76 bei den Kommunalwahlen 2020 schon vor Beginn der Briefwahl auf 85 erhöht. 

Aufstockung auf 102 Briefwahlvorstände

Die Rekordzahlen in den vergangenen Tagen führen jedoch dazu, dass in den Kommunen nachgesteuert wurde, sodass aktuell 102 Briefwahlvorstände am Sonntag, 26. September, ab 18 Uhr die Briefwahlstimmen auszählen. Deshalb wird auch eine dreistellige Anzahl an Wahlhelfern mehr benötigt, damit der Wahlabend nicht zu lang wird.

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