Kontakt mit Flüchtlingen im Grünen



Gütersloh (jed) -  Der Stadtpark gehört zu den beliebtesten Grünflächen in Gütersloh. Seit einiger Zeit dient das Areal zwischen Liebesinsel, Teich und Dalkeauen auch dazu, Kontakte zwischen Gütersloher Bürgern und Asylsuchenden herzustellen. Das hat einmal mehr gut geklappt.

Beim geführten Spaziergang des Fördervereins Stadtpark/Botanischer Garten für Flüchtlinge und Einheimische gab Larissa Lakämper (rechts) Orientierungshilfen.

Für Donnerstag hatte der Förderverein Stadtpark/Botanischer Garten bereits zum vierten Mal Flüchtlinge zu einem geführten Spaziergang eingeladen. Rund 40 Gütersloher trafen sich mit 30 Menschen mit syrischen, afghanischen oder iranischen Wurzeln. Während sich die Gruppe in Richtung der Große Wiese bewegte, erklärte Daniela Toman, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, den Sinn der Touren. „Die Flüchtlinge sollen mit den Güterslohern ins Gespräch kommen. Das Thema Gärten ist das verbindende Element. Viele Geflüchtete hatten zuhause eigene Gärten, fast jeder interessiert sich dafür.“

Monika Geißler, Vorsitzende des Fördervereins, ergänzte: „Die moderne europäische Gartenkultur mit Wasserbecken und gradlinigen Wegen stammt interessanterweise aus dem Süden. Im Prinzip zeigen wir den Menschen hier ein Stück ihrer alten Heimat.“

 Beim Flanieren kamen die Menschen wie erhofft nach kurzer Zeit miteinander ins Gespräch. Genau deshalb hatte sich auch Ute Geißler, Schwägerin der Fördervereins-Vorsitzenden, zum zweiten Mal dem Spaziergang angeschlossen. „Man liest und hört viel von Flüchtlingen. Hier kann man die Menschen persönlich kennenlernen. Es sind Menschen, die sich eine neue Existenz aufbauen wollen. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass sie sich in Deutschland wohlfühlen.“

Tränen in den Augen

Beim vorangegangenen Spaziergang habe ihr ein früherer Plantagen-Besitzer aus Syrien Fotos seines verlorengegangenen Besitzes mit mehr als 1000 Bäumen gezeigt. Ute Geißler: „Wenn Männer Tränen in den Augen haben, weil sie alles verloren haben, nimmt mich das ziemlich mit.“

Fadel Youinis wird die Fotos, die er im Stadtpark gemacht hat, seinen Freunden im Internet präsentieren. „Ich will meinen Facebook-Freunden zeigen, was ich heute erlebt habe. Mir gefallen besonders die hohen alten Bäume und die Heilkräuter im Apothekergarten.“ Ein Problem hatte dagegen Dolmetscherin Latifa Mekni: „Ich weiß nicht, wie ich den Begriff Eiswiese erklären soll. Das Wort gibt es in der arabischen Sprache nicht.“

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