Fledermaus-Baum Fall fürs Gericht
Der Schutz der Bechstein-Feldermäuse beschäftigt Naturschützer und Autobahnbauer intensiv. Vor knapp fünf Monaten ist ein Wochenstubenbaum der Fledermäuse gefällt worden. Versehen oder Absicht? Das soll nun ein Gericht entscheiden.

 Ihm wird ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz zur Last gelegt. Dem Mann droht eine Geldstrafe oder im schlimmsten Fall eine Haftstrafe bis zu fünf Jahren. Der Mann selbst sagt, er habe nicht gewusst, dass die Behörden den Baum unter Schutz gestellt hatten. Der Baum war seinerzeit laut Polizei „bei allgemeinen Baumfällarbeiten“ im Raum Halle/Borgholzhausen umgelegt worden.

 Um den etwa 27 Kilometer langen Lückenschluss der Autobahn 33 zwischen Bielefeld und Osnabrück wird seit fast 45 Jahren gerungen. In dem später gefällten Baum und anderen unweit der Strecke war im vergangenen Jahr eine Kolonie von 31 Bechstein-Fledermäusen entdeckt worden. Die Bezirksregierung hatte das Planfeststellungs-Verfahren für den letzten Abschnitt zwischen Halle/Westfalen und Borgholzhausen daraufhin unterbrochen, im Juni dann aber den Planfeststellungs- Beschluss für die letzte, 12,6 Kilometer lange Lücke erlassen.

Der Verteidiger des 44-jährigen Waldbesitzers, Stephan Sauer, sagte er strebe einen Freispruch für seinen Mandanten an. Von einer vorsätzlichen Tat könne keine Rede sein. Zudem greife das Gesetz aus seiner Sicht nur, wenn es für die Tiere keine Ausweichmöglichkeiten gebe.  Die Behörde habe seinen Mandanten nicht über den Schutz des Baumes informiert, sondern nur den Vater. Nach Angaben des Kreises Gütersloh war der Baum dagegen mit einem rot-weißen Flatterband und einem aufgesprühten F für Fledermaus gekennzeichnet. Naturschützer hatten in einer ersten Reaktion von einer „gezielten Tat“ gesprochen, die geschehen sei, um den Streckenbau voranzutreiben. Das sei Unsinn, sagte der Anwalt Sauer. Sein Mandant sei selbst Autobahngegner, da sein Grund und Boden von dem Streckenbau betroffen sei.

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