18 Sänger im Semifinale der „Neuen Stimmen“
Bild: Mazhiqi
Liz Mohn als Präsidentin und Dominique Meyer als Jury-Vorsitzender beglückwünsten die jungen Operntalente zum Einzug ins Semifinale der Neuen Stimmen.
Bild: Mazhiqi

Da waren sich gestern Liz Mohn und Dominique Meyer als Präsidentin und Jury-Vorsitzender des internationalen Gesangswettbewerbs „Neue Stimmen“ bei der Bekanntgabe der 18 Semifinalisten einig.

„Sie haben uns alle emotional berührt“

Tipp: Das Semifinale am Donnerstag, 24. Oktober, und das Finalkonzert am Samstag, 26. Oktober, sind beide ausverkauft. Aber die Generalproben dazu sind öffentlich - und kostenlos.  An den beiden Konzerttagen öffnet die Gütersloher Stadthalle jeweils von 11 bis 14 Uhr ihre Pforten für die Generalproben mit den Duisburger Philharmonikern, so dass Opernfans die Sänger vor Ort bei den letzten Vorbereitungen beobachten können. 
Für die einen war das ein bestätigendes Schulterklopfen, für die anderen sollte es Trost sein. Meyer, Chef der Wiener Staatsoper und designierter Intendant der Mailänder Scala, bedankte sich bei allen jungen Sängern für „die wunderbare Musik“, die sie der Jury geschenkt hätten. „Sie alle haben uns emotional berührt.“

Denen, die nicht weitergekommen sind, gab er mit auf den Weg, dass es mitunter nur eine Nuance gewesen sei, die über die notwendigen Punkte entschieden habe. Darüber werden sich die Juroren noch ausgiebig mit den Sängern unterhalten und individuelle Coaching-Einheiten anbieten, um sie auch über den Wettbewerb hinaus zu fördern. Es geht um wertvolle Tipps zur Persönlichkeitsentwicklung und Selbstvermarktung.

„Glaubt nicht, dass Ihr schon fertig seid“

Die Semifinalisten warnte Meyer, sich nicht zu früh als Gewinner zu fühlen. Mit einem augenzwinkernden „Glaubt nicht, dass ihr schon fertig seid. Morgen, beim Semifinale müsst ihr euch einem knapp tausendköpfigen Publikum als Jury stellen“, gab er sich streng und schickte sie gleich wieder an die Arbeit. „Die anderen dürfen schon Party machen.“

Nichtsdestotrotz herrschte bei den auserkorenen 18 Semifinalisten aus 14 Ländern Jubel. 18 von 42, die sich nach den Vorsinge-Runden in 23 Metropolen auf fünf Kontinenten für die Endrunde des alle zwei Jahre von der Bertelsmann Stiftung organisierten Wettbewerbs in Gütersloh qualifiziert haben. Von den vier deutschen Teilnehmern ist „nur“ noch die 23-jährige Mezzosopranistin Valerie Eickhoff, seit dieser Spielzeit Ensemblemitglied am Theater Krefeld/Mönchengladbach, dabei. „Ich kann’s gar nicht so richtig fassen. Ich bin vollkommen glücklich“, gestand sie der „Glocke“ freudestrahlend. Immerhin ist es Eickhoffs erster Wettbewerb überhaupt.

Künstlername soll Erfolgschancen erhöhen 

Sehr mit sich zufrieden war auch die 28-jährige Sopranistin Nombulelo Yende, jüngere Schwester des südafrikanischen Opernstars Pretty Yende. Ja, die Musik liege wohl in der Familie, erklärte das junge Talent. Und nein, es gebe keine Konkurrenz zur großen Schwester. „Sie steht mir aber immer zur Seite, unterstützt mich. Das ist toll“, freute sich die an der Universität Kapstadt ausgebildete Nombulelo.

Mit der Grandezza des geborenen Tenors nahm der Chinese Long Long die Glückwünsche für den Einzug ins Semifinale entgegen – und verriet, angesprochen darauf, wie viele Witze man schon mit Blick auf den Pianisten Lang Lang über seinen Namen gemacht habe: „Viele. Aber ich habe ihn bewusst gewählt, weil mein richtiger Name Chang zu häufig vorkommt.“ Mal sehen, ob man sich ihn merken muss.

Semifinalisten aus 14 Ländern

 Folgende Sänger haben das Semifinale der Neuen Stimmen erreicht:

Sopran: Hélène Carpentier (Frankreich), Anna El-Kashem (Russland), Kathrin Hottiger (Schweiz), Enkeleda Kamani (Albanien) Liv Redpath (USA), Natalia Tanasii (Moldawien), Nombulelo Yende (Südafrika und Slávka Zémecniková (Slowakei) Mezzosopran: Valerie Eickhoff (Deutschland), Valentyna Pluzhnikova (Ukraine). Tenor: Marco Ciaponi (Italien), Long Long (China); Jamez McCorkle (USA). Bariton: Yuriy Hadzetskyy (Ukraine), Domen Krizay (Slowenien), Bonganie Kubeka (Südafrika), Mbundu Luvuyo (Südafrika), Changseong Park (Südkorea). Jeder muss im morgigen Semifinale sein Können mit nur einer Arie unter Beweis stellen.

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