„22 Millionen eine ganz grobe Schätzung“
Archivbild: Neitemeier
Auf der bereits als Pkw-Stellplatz genutzten Fläche zwischen Rotunde und Lidl-Markt soll ein dreigeschossiges Parkhaus für rund 300 Autos entstehen.
Archivbild: Neitemeier

Das sagte Kleinebekel am Montag im Kreistag. Wieviel Geld der Neubau tatsächlich kosten werde, könne man erst sagen, wenn das Raumprogramm stehe, so der Kämmerer. Zudem spiele der geplante Architektenwettbewerb eine Rolle.

Grundsätzlich grünes Licht für Kreishaus-Erweiterung

Wie dem auch sei, der Kreistag hat das Projekt, das in erster Linie der Konzentration der derzeit fünf in Gütersloh angemieteten Jobcenter-Standorte dient, einstimmig auf den Weg gebracht. Jetzt geht es an die Erarbeitung des Raumprogramms, die Initiierung des Architektenwettbewerbs sowie die Schaffung von Planungs- und Baurecht für das rund 9000 Quadratmeter große Grundstück westlich der Straße Auf dem Stempel.

Anders als eine Woche zuvor im Kreisausschuss, als das Vorhaben ohne Debatte einmütig an den Kreistag weitergereicht worden war, gab es am Montag im Kreistag ein paar Wortmeldungen. Dr. Heinrich-Josef Sökeland (CDU) sagte, in seiner Fraktion stehe das Projekt außer Frage. „Es ist sinnvoll, die Jobcenter-Standorte zusammenzufassen“, erklärte der Fraktionschef. Vorteilhaft sei, dass die Hauptfinanzierung des Neubaus über die Jobcenter-Miete aus Bundesmitteln erfolge und die Einrichtung einen modernen Empfang sowie spezielle Beratungsräume erhalten solle, so dass die Klienten keinen Zugang mehr zu Mitarbeiterbüros hätten. Auch das Parkdeck sei notwendig, so Sökeland.

Vernünftige Anbindung an den Nahverkehr

Ähnlich äußerte sich Birgit Niemann-Hollatz (Grüne). Mit der Konzentration der Jobcenter-Standorte könne man Synergien heben. Die Grünen begrüßen den geplanten Architektenwettbewerb und das flächensparende Parken durch das dreigeschossige Parkdeck. Niemann-Hollatz hat aber auch Wünsche: „Der Kreis sollte mit ökologischen Baustoffen und bei der Energieeinsparung seiner Vorbildfunktion nachkommen. Außerdem müssen die Anbindung des nicht innenstadtnahen Standorts an den Öffentlichen Nahverkehr weiterentwickelt und die Radanbindung optimiert werden.“

In die gleiche Kerbe schlug Fritz Spratte (SPD). „Die Erreichbarkeit über den Nahverkehr muss gegeben sein“, erklärte er. Zudem müsse das Gebäude ansprechend sein und der Vorbildfunktion des Kreises entsprechen. Spratte: „Qualifizierte Arbeit braucht qualifizierte Arbeitsplätze.“

Auch viergeschossige Bauweise prüfen

Mit Verweis auf das Thema flächensparendes Bauen und nach Kontakt mit dem Bauamt der Stadt Gütersloh brachte Jürgen Adolf (CDU) einen weiteren Aspekt in die Debatte ein. Statt einer drei- solle man auch eine viergeschossige Bauweise in Erwägung ziehen. Eine Anregung, die die Verwaltung aufnahm.

Wie berichtet, werden in dem Neubau rund 270 Arbeitsplätze entstehen. Allerdings nicht nur für rund 210 Jobcenter-Beschäftigte. Vielmehr sollen auch die aufs LWL-Klinikgelände ausgewichene Pro Wirtschaft GT sowie die Revision und der Kreissportbund (derzeit auf dem Reckenberg in Wiedenbrück) zurück ins Gütersloher Kreishaus kommen. Das Millionen-Projekt will der Kreis zudem für den Ausbau eines Krisenstab-Raums nutzen.

Parkdecks für 300 Autos

Mit der Errichtung des Parkdecks (300 Autos) auf dem schon als Pkw-Stellfläche fungierenden Areal zwischen der Rotunde und dem Lidl-Markt soll im nächsten Jahr begonnen werden. Der kreditfinanzierte Erweiterungsbau selbst könnte 2022 fertig sein.

Bei Kosten von 22,2 Millionen Euro (ohne Erschließung, Außengestaltung und Einrichtung) geht der Kreis nach Abzug der vom Bund getragenen kalkulatorischen Jobcenter-Miete von einer finanziellen Eigenbelastung von rund 250 000 Euro pro Jahr aus.

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