500 Flüchtlinge in der Polizeischule
Um 12.30Uhr traf am Sonntagmittag der erste Bus mit Flüchtlingen in dem kurzfristig freigemachten Polizeiausbildungsinstitut in Schloß Holte-Stukenbrock ein. Derweil liefen wenige hundert Meter weiter die Arbeiten für die Errichtung der großen Zelt-Notunterkunft weiter. Dort sollen ab dem 21. September 1000 Flüchtlinge unterkommen.

Bereits im vorigen Herbst waren 400 Asylsuchende vorübergehend in der Einrichtung untergebracht. Die gestern eingetroffenen Flüchtlinge gehören zu jenem 1800 Menschen, die über Ungarn und Österreich nach Nordrhein-Westfalen gekommen sind. Michael Frücht, Leiter des Landesamts für Aus- und Fortbildung der nordrhein-westfälischen Polizei (Selm), zu dem auch der Stützpunkt in Stukenbrock gehört, war am Samstagnachmittag über Beilage informiert worden. Gestern freute er sich über die gute Zusammenarbeit von Polizei, Feuerwehr, Malteser-Hilfsdienst, Deutschem Roten Kreuz sowie Technischem Hilfswerk und lobte den reibungslosen Ablauf.

Nächtlicher Kraftakt von 100 Helfern

Derweil gingen nur wenige 100 Meter entfernt auf dem Gelände der Polizeischule die Arbeiten an der für 1000 Flüchtlinge geplanten Zeltstadt weiter. Sie soll bis zum 21. September fertig sein („Die Glocke“ berichtete). Polizeidirektor Bernd Stienkemeier sagte, dass die in der Schule in Stukenbrock-Senne geplanten Fortbildungsmaßnahmen bis auf Weiteres ruhen würden. Ausgenommen seien die Fortbildungen der Diensthundeführer sowie die Ausbildung der Kommissaranwärter. Für letztere würden nun alternative Möglichkeiten gesucht. Anstehende Prüfungen würden wie geplant abgehalten, so der Leiter des Bildungszentrums in Stukenbrock-Senne.

Erste medizinische Sichtung

„Wir führen bei den Flüchtlingen zunächst eine Eingangssichtung durch“, sagte André Bechtloff von den Maltesern nach der Ankunft der ersten Flüchtlinge. Außer einen eigenen Arzt sei auch ein Mediziner des Gesundheitsamts vor Ort, so der Einsatzleiter. Es gehe vor allem darum, der Ausbreitung von Krankheiten vorzubeugen. Victor Ocansey, Pressesprecher des Landesamts, berichtete, dass sich 2014 von zwei Verdachtsfällen auf Tuberkulose keiner bestätigt habe.

Nach der Registrierung erhielten die Flüchtlinge Hygieneartikel und einen Schlafplatz zugewiesen. Später stärkten sie sich mit Speisen und Getränken und kamen nach ihrer anstrengenden Reise erst einmal zur Ruhe.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 7. September.

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