56 Tischler-Auszubildende freigesprochen
Bild: Leskovsek
Die 56 frischgebackenen Tischlergesellinnen- und gesellen nach ihrer Freisprechung vor dem Reckenberg-Berufskolleg in Rheda-Wiedenbrück.
Bild: Leskovsek

Schulleiterin Elke Brost sagte, dass es auch heute noch ähnlich wie im 18. Jahrhundert sei, dass junge Handwerker auf Wanderschaft gingen, wenn auch nicht mehr auf Schusters Rappen mit einem Bündel unter dem Arm. Heute würden sich die Handwerker weiterbilden, Erfahrungen in verschiedenen Betrieben sammeln, sich spezialisieren, ihren Meister machen oder studieren.

„Die Kombination von Ausbildung und anschließender Weiterqualifizierung ist immer noch einer der besten Wege für gute Fachkräfte“, betonte sie. Wichtig sei es, dass jeder seinen eigenen Rhythmus bei der Balance zwischen Arbeiten und Lernen finde.

Obermeister Jürgen Soetebier dankte insbesondere all den Menschen, die in den drei Jahren der Ausbildung hinter den Jugendlichen gestanden haben. Er betonte, dass der Beruf des Tischlers unter den Handwerksberufen ein starkes Image habe und hoch im Kurs liege. „Macht euch als Fachmann unentbehrlich. Die Basis habt ihr erhalten, und die Türen stehen euch offen“, gab er den frischgebackenen Gesellen mit auf den Weg in die Zukunft.

Der stellvertretende Bürgermeister Rheda-Wiedenbrücks, Norbert Flaskamp, dankte den Eltern, Ausbildern und Lehrern, die alle eine unersetzbare gesellschaftliche Aufgabe übernommen hätten, indem sie einen jungen Menschen beim Start ins Berufsleben unterstützt hätten. Christian Selke vom Prüfungsausschuss machte deutlich, dass jede Stunde fürs Vorbereiten auf die Prüfung ein Baustein für die Zukunft war: „Nun seid ihr Tischler und habt einen der vielseitigsten und spannendsten Berufe, die es gibt. Macht was draus.“ Tischlerbildungszentrumsleiter Udo Schwedes bedankte sich bei den Gesellen für die gute Zusammenarbeit und verlas die Noten.

Die acht Besten wurden mit einem Buchpräsent belohnt. Mit je einem sehr gut und einem gut entweder in Theorie oder Praxis gehörten zu den Besten: Johann Henning Boltz aus Hille (Firma (Steinkämper, Rietberg), Christian Brinkmann, Sassenberg (Volkmann, Versmold), Benedikt Grunwald, Rheda-Wiedenbrück (Klasmeier, Rheda-Wiedenbrück), Stefan Kerkenmeier, Gütersloh (Birkenhake, Gütersloh), Sophie Lottermoser, Gütersloh (Lignatus, Langenberg), Sebastian Strothmann, Bielefeld (Kornfeld, Gütersloh), Niklas Sudahl, Rietberg (Ahrens, Rietberg) und Tobias Wiesing, Delbrück-Ostenland (Steinkämper, Rietberg).

Tobias Wiesing erhielt den Riesener-Preis.
Der unter den Auszubildenden im Tischlerhandwerk der Innung Gütersloh jährlich verliehene Johann-Heinrich Riesener Preis geht in diesem Jahr an Tobias Wiesing. Er erhielt die Auszeichnung für seine besonders herausragenden Leistungen im praktischen Bereich. Namensgeber des Preises ist der deutsche Möbeltischler Riesener. Er wurde vom Hofebenisten Jean Francois Oeben in die französische Möbelkunst eingeführt. Diese beherrschte er schließlich so perfekt, dass er nach Oebens Tod die Werkstattleitung übernahm. 1774 berief ihn König Ludwig XVI. zum Hofebenisten. Zehn Jahre lang hatte Riesener alle Möbel für den Königshof anzufertigen. Vollendete Form, erlesene Hölzer und Furniere, reiche Intarsien und vergoldete Bronzen zeichneten seine kostbaren Möbel aus. Rieseners Möbel sind heute Glanzstücke in großen Schlössern und Museen in aller Welt. Der schlichte Stuhlbauer aus Gladbeck gilt als der berühmteste Ebenist seiner Zeit.

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