A 33: Schon vor 21 Jahren Proteste gegen „Autobahnloch“
Archivbild: Bitter
16. November 1990: Bei der Eröffnung der Autobahn 33 in Schloß Holte-Stukenbrock fordern Demonstranten den Weiterbau der Strecke von Bielefeld durch den Norden des Kreises Gütersloh bis zur Landesgrenze Niedersachsen.
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Am 16. November 1990, vor gut 21 Jahren,  gab Staatssekretär Dr. Wilhelm Knittel von Bundesverkehrsministerium in Bonn im Namen seines Dienstherrn, des Verkehrsministers Jürgen Warnke (CSU), den acht Kilometer langen Teilabschnitt der A 33 von Hövelhof mitten durch die Ortsteile Schloß Holte und Stukenbrock bis zur Oerlinghauser Straße für den Verkehr frei. Der Weiterbau bis zur A 2 in Sennestadt war niemals umstritten. An jenem verregneten Novembertag hielten A-33-Befürworter aus dem Norden des Kreises Gütersloh ein Transparent über volle zwei Fahrspuren. Aufschrift: „Kein Autobahnloch in Bielefeld, deshalb Weiterbau der A 33“.

Das war nicht selbstverständlicher politischer Wille, weder bei der Landesregierung in Düsseldorf noch bei den Anliegerkommunen Steinhagen, Halle und Borgholzhausen. Die damalige stellvertretende Landrätin Ursula Bolte (SPD) aus Steinhagen, die später Landrätin wurde und dem Landtag angehörte, betonte 1990 als Vorsitzende der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe, wenn der Anschluss der A 33 an die A 2 (Ruhrgebiet-Hannover) fertig sei, verfüge der ostwestfälisch-lippische Raum über eine leistungsfähige Autobahnverbindung vom Hochstift Paderborn (A 44 bei Wünnenberg/Haaren) über Bielefeld bis Porta Westfalica.

Und bei der Weiterführung durch den Nordkreis Gütersloh warnte Bolte vor „den einfachen Lösungen“, denn der Baumbestand des Teutoburger Waldes neben der B 68 und in Windrichtung A 33 sei schon zu 45 Prozent geschädigt.

Die SPD-Politikerin stand nicht allein. Der NRW-Verkehrsminister von 1980 bis 1990, Dr. Christoph Zöpel (SPD), wertete den Anschluss der Autobahn 33 an die A 2 als „qualifizierten Abschluss“. Ihm folgte Franz-Josef Kniola (SPD) im Amt. Dessen Staatssekretär Dr. Heinz Nehrling wies 1990 den Vorwurf seines Bundeskollegen Dr. Knittel wegen Düsseldorfer Hinhaltetaktik zurück.

Planung reicht bis in die 50er-Jahre zurück

Die Planung der Autobahn 33 reicht laut einer Dokumentation der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld bis in die 1950er-Jahre. Sie wurde als vierstreifige Bundesstraße 68 neu betrieben. 1965 schrieb das Neubauamt Minden, dass die Querschnitte der B 68 den Anforderungen des Verkehrs nicht mehr genügten.

Linienbestimmung erfolgt 1968

Unter der Bezeichnung A 33 erfolgte 1971 die Aufnahme der Straße in das Netz der Bundesautobahnen. Von der B 61 (Bielefeld-Ummeln) bis Borgholzhausen/Dissen erfolgte die Linienbestimmung am 16. September 1968, für den Abschnitt von der B 61 in Ummeln bis zur A 2 in Sennestadt am 23. März 1973.

Am 6. März 1989 bemängelt die IHK-Vollversammlung „die offensichtliche Hinhaltetaktik“ des NRW-Verkehrsministers Dr. Christoph Zöpel (SPD). Später klingt es erleichtert: Nach fünfjähriger Verzögerung der Planung zwischen B 476 (Borgholzhausen) und A 2 (Sennestadt) leitet der neue Landesverkehrsminister Franz-Josef Kniola (SPD/1990 bis 1995) im Juli 1990 einen politischen Konsens ein.

Ernüchtert meldet die IHK jedoch kurz darauf: „Dieser Konsens für eine bestimmte Trassenführung beginnt nach den Kommunalwahlen 1994 zu bröckeln.“ Veränderte Ratsmehrheiten führen zu neuer Bewertung.

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