Abfall wird zu Dieselkraftstoff
Auch Abfälle aus den Gelben Säcken im Kreis Gütersloh könnten in der neuen Anlage in Zukunft zu Dieselkraftstoff verarbeitet werden.

Mit 25,1 Prozent Anteil (37 650 Euro) will die Ecowest, an der die GEG-Abfallgesellschaft des Kreises Gütersloh zu 49 Prozent beteiligt ist, dort eine Sperrminorität halten. Investor der rund fünf Millionen Euro teuren Anlage ist Günther Keutmeier aus Oelde, Betreiber ist die Dieselwest-Gesellschaft.

Seit fünf Jahren wird nach Angaben von GEG-Geschäftsführer Thomas Grundmann an dem „ökologisch sinnvollen und innovativen Verfahren“ zur Energiegewinnung experimentiert. „Die Technik funktioniert“, sagt der Experte, der auch Geschäftsführer der Abfallgesellschaft des Kreises Warendorf (AWG) ist.

Kohlenwasserstoffhaltige Produkte wie zum Beispiel der in Ennigerloh aus Abfällen hergestellte Ersatzbrennstoff würden in Heizöl/Diesel umgewandelt. Wird der Diesel in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen eingesetzt, beträgt der Wirkungsrad nach einer Vorlage der Kreisverwaltung bis zu 80 Prozent. Das sei im Gegensatz zu den 40 Prozent bei einer Verstromung in einem Blockheizkraftwerk eine energieeffiziente Methode – trotz des erheblichen Aufwands.

Laut Thomas Grundmann ist geplant, 12 000 Tonnen Kunststoffe umzuwandeln. Das dieselähnliche Produkt sei auch schon dem Praxistest unterzogen und als Gemisch in Radladern verwendet worden. Die geplante Anlage mit 10 bis 15 Arbeitsplätzen soll in zwei Schritten bis Sommer 2012 in Betrieb genommen werden und rund 750 Liter Kraftstoff pro Stunde erzeugen. Auch vor dem Hintergrund einer Eigenverwertung von Kunststoffen aus den Gelben Säcken könne die Rechnung aufgehen.

Die Gesellschaft Ecowest (Entsorgungsverbund Westfalen) wurde im Jahre 2000 als Sekundärbrennstoffgesellschaft gegründet. Gesellschafter sind die AWG mit 51 und die GEG mit 49 Prozent der Anteile. In Ecowest-Anlagen in Ennigerloh werden Haus- und Gewerbeabfälle aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf mechanisch aufbereitet. Dabei wird heizwertreicher Müll abgetrennt und zu Ersatzbrennstoff verarbeitet. Alle übrigen Abfälle werden biologisch behandelt und anschließend deponiert.

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