Adel Tawils Puzzle berührt die Herzen
Bild: Steinecke
Adel Tawil ließ es sich im Gerry-Weber-Stadion nicht nehmen, den direkten Kontakt mit seinem Anhang zu suchen.
Bild: Steinecke

 Mit gut 5500 Fans feierte er dort den Abschluss seiner Tour „Lieder“ und wurde dafür von jeder Menge Spezialgäste begleitet. Den Auftakt bildete Mama „die Queen“ Tawil, die mit einem dicken Blumenstrauß ihren Sohn überraschte. Der verdrückte vor Rührung eine Träne, sammelte seine Stimme und weiter ging es mit „Du erinnerst mich an Liebe“.

 Ja, da ist sie zu Hause, die bessere Hälfte von „Ich + Ich“. In seinen gefühlvollen Liedern, für die ihn seine Fans lieben. Und dafür, dass er immer wieder den Kontakt zum Publikum sucht. So wie den Fan, der Tawil seine Jacke gibt. In der singt er und holt seinen Gönner zum Dank auf die Bühne. Oder die Zugabe. „Schnee“ sang er auf dem Oberrang mitten im Publikum. Eine Zuschauerin gab zu, dass es das 35. Mal sei, dass sie eines seiner Konzerte besuche.

Sanfter Knuddeltyp 

Man muss ihn einfach mögen, diesen etwas pummeligen Knuddeltypen mit den sanften Augen und der großen Stimme. Und natürlich für seine Lieder. Die mit der Nachklanggarantie. „Pflaster“, „So soll es bleiben“ oder „Vom selben Stern“. Da hatte der 35-Jährige das Publikum längst in seinen Bann gezogen. Wer nun gehofft hatte, auch Annette Humpe sei unter seinen Gästen, sah sich getäuscht. Dafür sang er gemeinsam mit seiner Frau Jasmin.

 Und dann hatte er noch zwei richtig fette Stimmen im Programm. Duettpartnerin Cassandra Steen verlieh „Stadt“ die nötige Brillanz, und mit dem amerikanischen Reggae-Musiker Matthew Miller alias Matisyahu verwandelte sich das Stadionrund bei „No Woman, No Cry“ und „Zuhause“ in einen Sternenhimmel leuchtender Handys. Fehlen durfte natürlich auch sein aktueller Hit „Lieder“ nicht.

Humpes Handschrift scheint durch

 Dieses musikalische Puzzle von Songs ehemaliger Musikgrößen, zusammengehalten von einer eingängigen Melodie. Da scheint Humpes Handschrift durch. „ . . . Rio mein König“ meint „König von Deutschland“ von Rio Reiser oder „. . . hab mit Tauben geweint“ meint „When Doves Cry“ von Prince. Mit „. . . einer von fünf Jungs“ erinnert er an die Gruppe „The Boyz“, in der er Mitglied war.

 Während seines vierten Auftritts in Halle zeigte sich Adel Tawil glücklicherweise tonal als ziemlich treffsicher – anders als kürzlich bei der Echo-Verleihung. Aber vielleicht hatte ihm da ja seine Auszeichnung als „Newcomer des Jahres“ die Stimme verschlagen.

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