„Angebot gegen Internetsucht reicht aus“
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Gegen die Einrichtung einer neuen Stelle im Bereich Jugendschutz für die Prävention und Bekämpfung von Smartphone- und Internetspielsucht bei Kindern und Jugendlichen hat sich der Jugendhilfeausschuss ausgesprochen.
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Die SPD hatte sie beantragt. Der Jugendhilfeausschuss lehnte sie ab, und zwar mit fünf Gegenstimmen bei vier Stimmenthaltungen. Dafür stimmte nur Jan Michael Goldberg (SPD) als Antragsteller.

„Kinder verlieren Kontrolle über das eigene Verhalten“

Er begründete die neue Stelle mit krankhaften Computerspielen und wachsender Social-Media-Sucht. Kinder und Jugendliche würden die Kontrolle über das eigene Verhalten verlieren. Besonders bei Vernachlässigung durch Eltern und gezielter Weiterentwicklung von Endlosspielen mit Sogwirkung, meinte er.

Die neue Stelle Jugendschutz solle Elternabende durchführen, Lehrer beraten, Präventionsveranstaltungen organisieren und die Öffentlichkeitsarbeit beleben. 

„Suchtberater, Kinderschutzbund und Schulen beschäftigen sich schon mit der Spielsucht“

Marianne Kampwerth (CDU) verwies darauf, dass sich bereits Suchtberater, Kinderschutzbund und Schulen mit der Spielsucht beschäftigen würden. Deshalb sei es notwendig, erst einmal zusammenzufassen, was es schon gebe. Es sei nicht sinnvoll, dass der Kreis da hineingrätsche, so das CDU-Ausschussmitglied.

Johannes Brinkrolf (AfD) sah nicht die Notwendigkeit einer neuen Stelle. Diana Kochtokrax (fraktionslos) plädierte dafür, auf professionelle Stellen zurückzugreifen. Als Mutter sah sie die Aufgabe: „Wir Eltern müssen immer einen Schritt voraus sein.“

Anregung für das neue Jugendförderprogramm

Die Sozialpädagogin Angelika Fritsch-Tumbusch riet zu einer Vernetzung aller bereits Handelnder. Gerade in der Erziehungsberatung habe man es mit Eltern zu tun, die nicht immer Vorbild seien und nicht an Informationsabenden teilnehmen würden.

Birgitt Rohde, Abteilungsleiterin Jugend, verwies auf Mediencoaches und Kreismedienzentrum sowie die Präventionsarbeit der Caritas. Den Antrag der SPD wolle sie als Anregung für das neue Jugendförderprogramm mitnehmen. So sah es auch Monika Paskarbies (CDU), die für die erkrankte Ulrike Boden (SPD) den Ausschuss leitete.

Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) kommentierte: „Schulen und Mediencoaches leisten gute Arbeit. Wir können nicht für jedes gesellschaftliche Problem eine Stelle in der Verwaltung schaffen.“

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