Anwohner klagt gegen „Querspangen“-Plan
Bild: Neitemeier
Vom Autobahnanschluss Herzebrock-Clarholz aus ist die Rentruper Straße Richtung Süden für Lastwagen noch gesperrt. Erst wenn die „Querspange“ zur Bundesstraße 61 fertig ist, dürfen auch Lkw die neue Kreisstraße nutzen. Baubeginn soll 2013 sein.
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Ein Anwohner hat nämlich beim Verwaltungsgericht Minden gegen die Entscheidung der Bezirksregierung Detmold Klage eingereicht. Doch auf einen langwierigen Rechtsstreit rund um die 3,7 Kilometer lange „Querspange“ wollen sich beide Seiten offensichtlich nicht einlassen.

„Die Parteien streben eine außergerichtliche Einigung an“, sagte Ruth Schürmann, die Pressesprecherin des Verwaltungsgerichts, der „Glocke“. Daher ruhe das Verfahren in Minden vorerst. Auch Josef Rakel, der als Leiter der Abteilung Tiefbau beim Kreis mit seinen Mitarbeitern die Umsetzung der Maßnahme verantwortet, bestätigte die Bemühungen, die unterschiedlichen Auffassungen gütlich aus der Welt zu räumen.

Baubeginn für 2013 geplant

Nach Angaben von Ruth Schürmann wehrt sich der betroffene Bürger vor allem gegen einige der beidseitigen Anpflanzungen, die die neue Straße in die Landschaft einbinden sollen. Er befürchte beispielsweise durch Schattenwurf negative Auswirkungen auf seine angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen, so die Gerichtssprecherin. Die „Querspange“ ist fester Bestandteil der Genehmigung des Gewerbeparks Aurea. Sie dient der Anbindung dieses Wirtschaftsgeländes an das überörtliche Straßennetz und fungiert als Bedarfsumleitung für die Autobahn. Ferner soll die neue K 6 St. Vit vor einer übermäßigen Verkehrsbelastung schützen.

Gütliche Einigung ist das Ziel

Beim Kreis ist man zuversichtlich, sich mit dem Landwirt außergerichtlich einigen zu können. Gleichwohl sei ein Baubeginn im nächsten Jahr nicht möglich, sagt Josef Rakel. „Wenn wir Baurecht haben, heißt das noch nicht, dass das Projekt auch baureif ist“, so der Fachmann. Auch wenn die Pläne einschließlich einiger Radwegstücke entlang der B 61 in der Schublade lägen, müsse der Kreis zunächst noch etwa die Hälfte des benötigten Grund und Bodens kaufen, Entschädigungsfragen regeln und Zuschüsse beantragen. Schließlich seien die umfangreichen Bau- und Ausgleichsmaßnahmen auch noch auszuschreiben.

Und, so der Abteilungsleiter weiter: „In diesem und im nächsten Jahr stehen noch andere wichtige Straßenprojekte wie die Holler Straße in Gütersloh, der Grüne Weg in Halle und der Radweg entlang der Kreisstraße 41 zwischen Rietberg und Verl oben auf der Prioritätenliste – und das bei begrenzten Zuschüssen des Landes.“ Gleichwohl werde die „Querspange“ nicht auf die lange Bank geschoben. Rakel: „Der Bedarf ist da. Die Belastung der Straßen rund um den Autobahnanschluss Herzebrock-Clarholz hat zugenommen.“

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