Arbeitslosenquote steigt auf 4,9 Prozent
Zum Jahreswechsel zeichnen der Leiter der Agentur für Arbeit in Bielefeld, Thomas Richter (rechts), und sein Stellvertreter Jobst Hilker ein robustes Bild vom heimischen Arbeitsmarkt.

Daraus ergibt sich eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent, 0,3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Da sich die Arbeitslosenquote in der Stadt Bielefeld im Jahresvergleich von 9,5 auf 9,2 Prozent verringerte, blieb der Prozentsatz im gesamten Bezirk Bielefeld der Agentur für Arbeit unverändert bei 6,9 Prozent. Die Dezember-Zahlen wurden hochgerechnet aus dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Thomas Richter, der Leiter der Bielefelder Agentur für Arbeit, weiß aus Erfahrung: „Der Arbeitsmarkt ist immer in Bewegung.“ Zum Jahreswechsel berichtet er, dass 2012  durchschnittlich 24 200 Frauen und Männer im Kreis Gütersloh und in der Stadt Bielefeld arbeitslos waren – „aus tausend möglichen Gründen“.

Das bedeutet im Jahresvergleich ein Plus von 1,3 Prozent bei einer Arbeitslosenquote von im Durchschnitt unverändert 6,9 Prozent. Dahinter stehen 57 000 Betroffene, die sich erstmals oder erneut arbeitslos meldeten, und 56 000 Menschen, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. „Die Dynamik ist im Agenturbezirk zurückgegangen“, stellt Richter fest. „Dafür ist der Beratungsbedarf in unserem Haus höher geworden“, ergänzt sein Stellvertreter Jobst Hilker.

Den Arbeitsmarktexperten zufolge hatte das Jahr 2012 zwei Seiten: Bis Juni stieg die Nachfrage nach Arbeitskräften an, danach begann sie leicht zu sinken. Steigende Arbeitslosigkeit zu den Sommerferien hin, bezeichnen die Statistiker als „jahreszeitlich üblich“. Dass der erhoffte Herbstaufschwung nur „marginal ausfiel“, also lediglich als Randerscheinung gewertet werden kann, hat sie enttäuscht.

Dafür kam in der Chefetage an der Werner-Bock-Straße in Bielefeld Freude auf über die um fünf Prozent gesunkene Unterbeschäftigung. Zu dieser Kategorie zählen zwar immer noch 31 632 Arbeitnehmer, das sind allerdings 1668 weniger als 2011. Unterm Strich urteilt Richter: „Der Arbeitsmarkt zeigt sich trotz äußerer Umstände wie der Finanzkrise in Europa robust und stabil. Es sind keine gravierenden Anzeichen für eine kritische Entwicklung sichtbar.“ 

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