Arbeitslosigkeit auf dem Rückzug
Bild: Neitemeier
Rekordmarke: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis Gütersloh ist nach Angaben von Bielefelds Arbeitsagenturchef Thomas Richter auf 152 290 gestiegen. Stärkste Branche ist der Maschinenbau mit 11 536 Mitarbeitern.
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Die positive Einschätzung gründet sich auf die im April erneut zurückgegangene Arbeitslosigkeit – um landesweit bemerkenswerte 1,9 Prozent. In den vergangenen vier Wochen ist die Zahl der Menschen, die im Kreis ohne Beschäftigung sind, von 10 668 auf 10 461 gesunken. Die Quote ging um 0,1 Punkte auf 5,4 Prozent zurück.

Viel besser, allerdings auf höherem Niveau, entwickelte sich der Bielefelder Arbeitsmarkt mit einer Quote von jetzt 9,5 Prozent (minus 0,3 Punkte). Insgesamt führt das für den Agenturbezirk zu einem Wert von 7,3 Prozent gegenüber 7,5 Prozent im Vormonat. Das leicht positive Signal will Thomas Richter „als Momentaufnahme nicht überbewertet wissen“. Dem ersten Schritt müssten weitere folgen, sagte der Agenturchef am Mittwoch in Gütersloh.

Quote im Kreis bei 5,4 Prozent

Als ein „sehr gutes Zeichen“ wertet Richter den mit 4,7 Prozent überproportionalen Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Menschen unter 25 Jahren in den vergangenen vier Wochen. Vor allem, weil nur diese Altersgruppe im Jahresvergleich eine abnehmende Tendenz aufweist. Richter: „Die Anstrengungen aller Akteure zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit greifen offenbar.“

Der Stellenmarkt allerdings treibt dem Agenturchef Sorgenfalten ins Gesicht. Zwar boten Firmen im Kreis mehr Arbeitsplätze (641) an als noch im April, in Relation zum Vorjahr (831) sind es jedoch deutlich weniger. Auch der Bestand an Stellen bleibt derzeit mit 1632 klar hinter dem von Mai 2013 (2008) zurück. Eine eindeutige Erklärung für die Situation hat Richter vor dem Hintergrund verschiedener Konjunkturanalysen nicht.

Wirtschaftliche Entwicklung „verhalten positiv“

Nach der jüngsten Befragung der Agentur (490 von 1538 ausgewählten Firmen beteiligten sich) sowie einer Experteneinschätzung bezeichnen die Unternehmen der 25 beschäftigungsstärksten Branchen ihre wirtschaftliche Entwicklung derzeit als „verhalten positiv“. Unsicherheiten leiten sich Richter zufolge vornehmlich aus dem Export her. Überaus positive stehe derzeit das Baugewerbe da, das aber über zu wenig geeignete Bewerber um Ausbildungsstellen klage. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Die Betriebe brauchen mehr Fachkräfte und mit Ausnahme des Nahrungsgewerbes weniger Helfer.

Mehr zu dem Thema auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 29. Mai.

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