Ausbildung in Teilzeit eröffnet Chancen
Familie mit Ausbildung oder Beruf unter einen Hut zu bringen, ist oft nicht leicht.

„Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen“ (TEP) wird seit zwei Jahren vom NRW-Arbeitsministerium gefördert. Die Chancen dieses Modells können einer Mitteilung des Kreises zufolge mit vielen Beispielen eindrucksvoll belegt werden, wie die Geschichte von Vanessa zeige. Die Frau beneide ihre Freundin, die in einem Steuerberatungsbüro ausgebildet werde. Gern hätte sie auch die Chance, eine Ausbildung zu absolvieren. Dem Projektträger ist die junge Frau bereits bekannt.

„Vanessa hat im November ein Kind bekommen und konnte daher noch nicht mit der Ausbildung anfangen. Wenn sie durch die Teilzeitausbildung Rahmenbedingungen bekommt, die es ihr erlauben, Kind und Ausbildung zu koordinieren, ist das eine tolle Chance“, sagt Brigitte Kaese. Sie ist Geschäftsführerin der Gesellschaft Pro Arbeit Rheda-Wiedenbrück, die wie das Berufsförderungszentrum Gütersloh und die  Arbeitslosenselbsthilfe Gütersloh Trägerin des Teilzeitausbildungsprojekts ist.

Karrierestart statt Hartz IV

Eine Vollzeitstelle lasse sich oft kaum mit der Betreuung des Nachwuchses vereinbaren, so der Kreis. Die Folge: Junge Eltern fänden keine Arbeit. Viele scheitern schon beim Einstieg in den Beruf, weil sie keine Ausbildung absolvieren können. „Besonders betroffen sind allein erziehende Mütter“, erklärt Rolf Erdsiek vom Jobcenter GT aktiv. Statt eines guten Karrierestarts drohe dann der Abstieg in Hartz IV.

Nähere Auskünfte erteilt Christin Siegel unter Teleon 0157/74468443.
Durch Beratung und Vorbereitung der Bewerber sowie durch die Vermittlung an interessierte Unternehmen kann TEP nun beim Start sowie beim Wiedereinstieg in den Beruf helfen. Denn auch für ältere Bewerber, deren Kinder durch Tagesstätte oder Schule bereits versorgt sind, kann der Mitteilung zufolge eine Teilzeitausbildung eine Möglichkeit darstellen, eine Ausbildung nachzuholen.

Vorteile für die Firmen

Auch für die ausbildenden Unternehmen habe TEP Vorteile, so die Träger: Durch das Teilzeitangebot entstehe nicht eine so hohe Belastung wie in Vollzeit. Außerdem könnten die Arbeitszeit sehr flexibel gestaltet und die Gesamtausbildungszeit gegebenenfalls um ein Jahr verlängert werden. Das Berufsbildungsgesetz lasse da viele Freiheiten.

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