Ausländerbehörde benötigt mehr Personal
Bild: Dünhölter
Innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der Asylsuchenden im Kreisgebiet nahezu verdreifacht. Dabei sind die vorübergehend in Notunterkünften untergebrachten Flüchtlinge, wie hier bei der Ankunft am 24. Juli in Spexard, nicht berücksichtigt.
Bild: Dünhölter

Wie schon die Stadt-, so hält jetzt auch die Kreisverwaltung mehr Personal für die Arbeit im Asylbereich für nötig. Kurzfristig soll die Zahl der Stellen für dieses Aufgabengebiet von 4,5 auf 6,5 erhöht werden. „Wir brauchen dringend Verstärkung“, sagt Dr. Wolfgang Schwentker, der Leiter der Abteilung Ordnung beim Kreis Gütersloh. Habe man sich im September vorigen Jahres in allen Kommunen mit Ausnahme von Gütersloh noch um 835 Asylbewerber kümmern müssen, so seien es jetzt Ende August schon 2014 gewesen. Eine Zahl, die inzwischen wieder längst veraltet ist. „Derzeit kommen jede Woche mindestens 100 Flüchtlinge hinzu“, berichtet Ingo Bethge von der Ausländerbehörde.

Dabei geht es nicht um jene Menschen, die kurzfristig in den Notunterkünften in Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Schloß Holte-Stukenbrock, Verl und neuerdings auch Versmold eine vorübergehende Bleibe finden. Schwentker: „Wir als Ausländerbehörde und die Kommunen kümmern uns im Asylbereich nur um jene Menschen, die in einer Erstaufnahmeeinrichtung des Landes beispielsweise in Dortmund, Unna oder Bielefeld offiziell erfasst, registriert und uns zugewiesen wurden.“ Angesichts des enormen Zustroms an Flüchtlingen und der großen Unterbringungsprobleme sei das an sich klare Stufenkonzept aus Erstaufnahmeeinrichtung, zentraler Unterbringungseinrichtung, zentraler Ausländerbehörde und Kommune derzeit aber nicht mehr immer durchzuhalten. Die den Städten und Gemeinden zugewiesenen Flüchtlinge warten laut Bethge entweder auf einen Termin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, um ihren Asylantrag stellen zu können, oder aber sie warten auf die Entscheidung der Behörde über ihr Begehren, was im Schnitt 5,3 Monate dauert. „In dieser Zeit müssen wir beispielsweise regelmäßig die Büma, die Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender, oder andere Aufenthaltsgestattungen verlängern.“ Auch für abgelehnte Asylbewerber ist die Ausländerbehörde unter anderem während eines laufenden Klageverfahrens zuständig. Ende August waren von den 2014 Asylsuchenden 477 ausreisepflichtig. Abgeschoben wurden Dr. Schwentker zufolge in den vergangenen Jahren jeweils rund 100. Fehlende Pässe, Krankheit und andere Dinge stünden der Ausreise oftmals entgegen, so der Abteilungsleiter.

(ausführlicher Bericht auf der Kreisseite Gütersloh der „Glocke“)

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