„Bedarfsgerecht auf die Beine stellen“
Neun neue U-3-Plätze sind in Versmold-Peckeloh entstanden. 

 Das Gesetz gilt ab dem 1. August 2013. Es gibt bereits 839 sogenannte U-3-Plätze. Nächstes Jahr sollen allein durch An- und Neubau von Kindertagesstätten 119 hinzukommen. Dem Kreis sei nicht daran gelegen, spezielle Einrichtungen für Ein- bis Dreijährige zu schaffen, sondern in den Städten und Gemeinden ein komplettes Angebot vom ersten Lebensjahr bis zur Schulpflicht vorzuhalten, betonte Kreisdirektor Christian Jung.

„Keine Angst vor dem Rechtsanspruch“, gibt Abteilungsleiter Lothar Busche Entwarnung. „Wir werden das bedarfsgerecht auf die Beine stellen“, ist er sich sicher. Bis zum Jahr 2020 strebt der Kreis an, für 40 Prozent der Jungen und Mädchen unter drei Jahren gesorgt zu haben. Wie viele Familien von dem Rechtsanspruch Gebrauch machen, lässt sich laut Marianne Tröster aus der Fachabteilung im Kreishaus schwer ermitteln. „Die Geburtenzahlen liegen vor. Der Trend der Mütter, immer früher in den Beruf zurückzukehren, ist ablesbar. Nur in vielen Kindergärten stehen die Anmeldungen für das Kita-Jahr 2013/2014 noch aus“, berichtete sie. Ihre Strategie zielt darauf ab, mit den Trägern der Einrichtungen, den Kommunen, den Spielgruppen sowie den Tagesmüttern und –vätern eine Betreuungslandschaft zu formen.

Qualifiziertes Personal könnte fehlen

Dr. Annegreth Schütze (FWG/UWG) schnitt das Thema von Investorenmodellen an, bei denen die Gebäude aber später umwandelbar sein müssen bis hin zum seniorengrechten Wohnen. Busche versicherte: „Wir achten darauf.“ Grundsätzlich sehe er keinen großen Bedarf. Gleichzeitig war der Abteilungsleiter überzeugt, auch neue Kindertagesstätten bis über das Jahr 2020 hinaus zu gebrauchen. Im Übrigen hätten viele Kindergärten schon geschlossen, wäre der Rechtsanspruch auf U-3-Plätze nicht gekommen, gab er zu bedenken.

Monika Paskarbies (CDU) verwies darauf, dass als Nebeneffekt des gemeinsamen Lernens von behinderten und nicht behinderten Kindern (Inklusion) manche Förderschule überflüssig werde. In Gütersloh stünden zudem Grundschulen vor der Schließung. Dr. Schütze sah eine ganz andere Gefahr: „Wir werden wunderbare Einrichtungen haben, jedoch nicht ausreichend qualifiziertes Personal.“

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