Behinderte machen Kunst zum Thema Märchen
Freuen sich über das gelungene Kunstprojekt des Wertkreises und die Märchen-Ausstellung im Kreishaus Gütersloh: (v. l). Birgit Sievers, Felizitas Nastelski, Simone Demircan, Hanna Hanhart, Bettina Päuser, Norbert Schröder, Irmgard Duhme, Judith Eggersmann, Erna Magdalena Wartig, Michaela Tornow, Nicola Steffen, Birthe Stumpenhausen, Michael Buschsieweke und Barbara Ambrosy.

Menschen mit Behinderung hatten sich mehr als acht Monate lang unter den Aspekten Text, Tanz, Theater, Foto und Malerei mit dem Thema Märchen beschäftigt und eigene künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten gesucht („Die Glocke“ berichtete). Die heimischen Künstler Detlef Güthenke, Nicola Steffen und Birthe Stumpenhausen hatten die Workshops geleitet.

Mit Brotkrumengebirgen: der Märchenglobus „Hänsels und Gretels Welt“ von Heidemarie.
Die rund 60 Gäste der Vernissage lauschten Erna Magdalena Wartig, Hanna Hanhart, Simone Demircan, Irmgard Duhme, Felizitas Nastelski und Birgit Siewers, die eigene Märchen vorlasen. Vielfach gab es Applaus auf offener Szene. Vor allem Birgit Siewers sorgte mit ihrer kabaretthaften Präsentation von „Meine Reise durch das Märchenland“ für viele Lacher.

„Es ging uns auch darum, alle Beteiligten aus ihrer alltäglichen Rolle herauszuholen und ins Träumen kommen zu lassen,“ so Barbara Ambrosy zu einen Grundgedanken der Ausstellung. Das Träumerische merke man den Arbeiten deutlich an. Ob Michaela Tornows in sanften Kreidefarben verschwimmende, mit Blattgold veredelte Zeichnung „Die goldene Gans“ oder der Märchenglobus mit Brotkrumengebirgen „Hänsels und Gretels Welt“ von Heidemarie: Es wurde sehr frei und selbstbewusst, vor allem aber enorm fantasievoll gearbeitet.

Die fotografierten Menschen mit Behinderungen werden vom Räuber Hotzenplotz bis zum Aschenputtel als Märchenfiguren in Szene gesetzt. Güthenkes Modelle erscheinen fast wie Ausrisse von Zeichnungen aus einem alten Märchenbuch. Der Rollstuhl wird dabei auch schon mal zur Kulisse degradiert oder ganz überdeckt. Er – so scheint der Künstler zu sagen – ist im Märchenland unnötig.

SOCIAL BOOKMARKS