Bei Gefahr wird schnell gehandelt
Der umgekippte Lastwagen auf der Harsewinkeler Straße in Steinhagen musste mithilfe von zwei Autokranen geborgen und abtransportiert werden.

Rufbereitschaft hatte Philip Dreier, der von Sophie Wehmeier unterstützt wurde. Sofort machten sie sich vor Ort ein Bild von den verunreinigten Gewässern. „Wenn wir den Anruf erhalten, wissen wir nie, was auf uns zukommt“, so Wehmeier. „Deshalb ist es wichtig, dass wir uns direkt ein Bild der Lage machen und anschließend Sofortmaßnahmen ergreifen, um den Schaden möglichst gering zu halten.“ „Grundwasser- und Oberflächengewässerschutz haben für die untere Wasserbehörde des Kreises oberste Priorität“, schreibt der Kreis in einer Mitteilung. 

Dabei kümmert die Behörde sich nicht nur um die Umsetzung des Wasserhaushaltsgesetzes, sondern ist auch dann vor Ort, wenn sofort gehandelt werden muss: bei Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen. Dann werden Mitarbeiter, die gerade Rufbereitschaft haben, über die Kreisleitstelle der Feuerwehr kontaktiert. 

Eine 24-Stunden-Rufbereitschaft garantiert im Notfall sofortiges Handeln – egal ob nachts oder am Wochenende. Das ist Teil des Umweltalarmplans des Kreises und sorgt dafür, dass Mitarbeiter der unteren Wasserbehörde das Geschehen vor Ort beurteilen oder Maßnahmen zum Gewässerschutz ergreifen. Dies können Maßnahmen zum Schutz von Gewässern, der darin lebenden Tiere und Pflanzen und des Wasservorkommens für die Trinkwasserversorgung sein. 

Freitag, 12. März: Eine aufmerksame Bürgerin entdeckt Öl auf einem Nebengewässer des Aabachs in Versmold. Zusammen mit dem örtlichen Ordnungsamt koordiniert die Wasserbehörde den Einsatz. Ölsperren – er-richtet von der Feuerwehr – verhindern, dass Öl in die weiteren Gewässer gelangt. Zudem wird aufgrund des Verdachts einer Umweltstraftat ein Verfahren eingeleitet. 

Samstag, 13. März: Direkt am darauffolgendem Tag gibt es erneut Alarm: Der nächste Einsatz für das Team der Wasserbehörde. Am frühen Morgen kippt ein Lastwagen auf der Harsewinkeler Straße in Steinhagen in das direkt angrenzende Gewässer. Zwei Autokrane bergen das Fahrzeug und transportieren es ab. Die Feuerwehr setzt erneut mehrere Ölsperren – alles koordiniert von der Wasserbehörde. „Durch die Ölsperren kann der Diesel nicht in die Ems eintreten“, erläutert Dreier. „Dadurch verhindern wir Schlimmeres.“

Im Nachgang kontrollierten und pflegten Mitarbeiter der Wasserbehörde zusammen mit Akteuren vor Ort die Ölsperren. Mittlerweile sind diese zurückgebaut. „An manchen Stellen können Bürger noch vereinzelt weiße Kügelchen an den Böschungen der Gewässer finden. Dabei handelt es sich um spezielles Ölbindemittel“, erklärt Dreier. „Nur weil die Akteure der örtlichen Ordnungsbehörden, Feuerwehren, Bergungsunternehmen und Fachentsorgern vor Ort gut zusammen agierten, konnten massiv schädliche Auswirkungen für die Umwelt vermieden werden.“

Bei Anzeichen für eine Gewässerverunreinigung wie zum Beispiel tote Fische, Öl oder verfärbtes Gewässer ist die Rufbereitschaft über die Leitstelle der Feuerwehr unter 05241/504450 oder 112 zu erreichen.

SOCIAL BOOKMARKS