Beim Wasser geht Tendenz zu Bielefeld
Die Stadt war bei der Suche nach gutem Trinkwasser in Stukenbrock fündig geworden. Ob dort tatsächlich einmal welches gefördert wird, steht noch in den Sternen.

Und auch rechtliche Belange sind kein ernstes Hindernis mehr. Zudem ist die Bezirksregierung positiv gestimmt. Doch die Kosten einer Eigenförderung könnten die Wasserpreise zumindest auf kurze Sicht kräftig nach oben treiben.

Außerdem haben die Stadtwerke Bielefeld als Trinkwasserlieferant die Entwicklung in Schloß Holte-Stukenbrock mit Argusaugen beobachtet. Das Unternehmen reagierte inzwischen mit einem Vertragsangebot über fünf Jahre mit verlockenden Konditionen.

Bürgermeister Hubert Erichlandwehr hat es auf dem Tisch liegen. Er würde gern unterschreiben, weil das Angebot befristet ist. Die Stadt war bei der Suche nach gutem Trinkwasser in Stukenbrock fündig geworden. Klarer Trend dürfte dennoch sein, dass man auch die kommenden fünf Jahre unter der Versorgungsobhut der Bielefelder Stadtwerke verbringen wird. Jedoch überlegt man im Rathaus auch, wie dafür Sorge getragen werden kann, dass die bis jetzt erfolgreich verlaufene Entwicklung hin zur Eigengewinnung nicht zum Stillstand kommt.

Ein Verfechter der Eigenwassergewinnung ist Uwe Thost (CSB/FWG). Er möchte das neue Angebot der Stadtwerke Bielefeld ablehnen. Obwohl zunächst teurer, würden die Kosten für eine eigene Förderung langfristig besser zu kalkulieren sein. Er will auch hohe Investitionen in Kauf nehmen.

Christian Hayk (CDU) sprach sich zwar für einen neuen Fünfjahresvertrag mit den Bielefelder Stadtwerken aus, will sich die Option auf eine Eigenförderung dadurch aber nicht nehmen lassen. Martin Wildemann (CSB/FWG) mahnte, die Angelegenheit noch einmal durchzukalkulieren und zu einer vernünftigen Lösung zu kommen. Offensichtlich würden die Bielefelder gegenüber der Stadt zurzeit Druck aufbauen. Für ihn stelle sich die Frage, ob man in Bielefeld nicht nur das eigene Engagement der Stadt verhindern wolle.

Für die Grünen ist das Thema keine einschneidende Angelegenheit. Reinhard Tölke: „Wir müssen nicht unbedingt eine eigene Wasserförderung haben, mit eigenen Stadtwerken.“ Ein neuerlicher Fünfjahresvertrag mit den Bielefeldern sei gut vertretbar. Damit verbaue man sich nichts. Auch Thorsten Baumgart (FDP) will den Vertrag unterschreiben: „Das Angebot ist lukrativ.“

Viele Dinge um eine mögliche kommunale Trinkwasserförderung sind, was die Beratungen im Stadtrat betrifft, nicht öffentlich. Das betrifft die Grundstücksangelegenheiten und das Vertragsangebot des Lieferanten.

Auch Uwe Thost weiß übrigens, dass die Trinkwasser-Förderung eine vertrackte Angelegenheit. ist. Er befürchtet, die Bielefelder Stadtwerke könnten sich das Stukenbrocker Grundstück schnappen, das die Stadt im Rahmen ihrer bisherigen Untersuchungen als idealen Standort für eine Eigenwasserförderung entdeckt hatte. Die Stadt könnte in einem solchen Fall recht dumm dastehen, glaubt der Fraktionschef von CSB/FWG.

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