Belastung macht Polizisten krank
Symbolbild: dpa
Personalmangel und ein wachsendes Aufgabenfeld belasten die Polizisten im Kreis Gütersloh. Deren Gewerkschaft fordert klare Richtlinien, welche Prioritäten gesetzt werden sollen. Alles könnten die Beamten unter diesen Umständen nicht stemmen.
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„Verluste durch langfristige Erkrankungen, Elternzeiten und Abordnungen kommen regelmäßig noch hinzu“, sagt der Vertreter der Gewerkschaft der Polizei Kreisgruppe Gütersloh, Patrick Schlüter. Durch das Maßnahmenpaket der Landesregierung wurden der Kreispolizeibehörde Gütersloh gut vier neue Planstellen für Tarifbeschäftigte neu zugewiesen.

„Die kann ich doch nicht in den Streifenwagen setzen“

Die Darstellung, dass die Behörden damit den Beamtenabbau auffangen können, sei nicht nur falsch, sondern auch „zutiefst unsozial“, sagt Schlüter. Tarifbeschäftigte seien zwar wichtig und willkommen, aber kein Eins-zu-eins-Ersatz für Polizisten. „Die kann ich doch nicht in den Streifenwagen oder in die Kriminalwache setzen“, sagt der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Kreis Gütersloh, Markus Althoff.

„An den Engpässen wird sich auch in den nächsten Jahren nicht viel verändern. Schon jetzt könnten die anfallenden Aufgaben nur unter außerordentlichem Einsatz erledigt werden, der die Grenzen der zumutbaren Belastung nicht selten überschreitet, wobei der Überstundenberg unaufhörlich wächst. Viele arbeiten mehr als 41 Stunden die Woche. Wir schieben da einen Berg von Überstunden vor uns her“, kritisiert Schlüter.

Polizei muss Prioritäten setzen

Doch bis neue Polizisten in drei Jahren ihre Ausbildung beendet haben und auch in der Kreispolizeibehörde Gütersloh mehr Personal ankommt, „bleibt uns nichts anderes übrig, als Prioritäten zu setzen“, sagt Schlüter – nicht ohne zu ergänzen: „Es ist eigentlich schon traurig, dass eine Polizei überhaupt priorisieren muss.“

Die Belastungen hätten durch immer weniger Personal auf der einen und immer mehr Aufgaben auf der anderen Seite zum aktuellen Zeitpunkt eine Situation erreicht, in der es ein Weiter so nicht geben könne, fasst der Vorstand der Gewerkschaft Kreisgruppe Gütersloh zusammen.

„Die Belastung hat ein krankmachendes Niveau erreicht. Stressbedingte Erkrankungen nehmen zu. Wir erwarten von der Behördenleitung, dass deutlich intern kommuniziert wird, wo wir Prioritäten setzen und welche Themenbereiche wir weniger intensiv bearbeiten werden“, unterstreicht der Vorstand seine Forderungen in einer Mitteilung.

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