Bernhard Bruelheide hängt ein Jahr dran
Bild: Fortmeier
Andreas Bonensteffen (links) und Udo Hörster lassen den alten und neuen Regenten Bernhard Bruelheide hochleben.
Bild: Fortmeier

 Mit dem 65. Schuss erlöste der amtierende König Bernhard Bruelheide (50) um 20.40 Uhr die geduldigen Gäste und errang die Kaiserwürde. Gemeinsam mit seiner Frau Iris tritt er die Regentschaft für das kommende Schützenjahr an. Nachdem den ganzen Nachmittag über kaum Schüsse zu hören gewesen waren, fielen die Insignien gegen 20.30 Uhr fast im Minutentakt. Die Krone sicherte sich Andreas Laudage mit dem 18. Schuss. Mike Auster wurde einen Versuch darauf Bierkönig. Den Apfel sicherte sich Thorsten Auster mit Schuss Nummer 22. Günter Auster holte das Zepter herunter.

 „Herzlichen Dank für die Treue“, gratuliere Präses Pfarrer Karl-Josef Auris dem alten und neuen Regenten. „Es bleibt eine Ehre“, erwiderte der erst vierte Kaiser in der Schützengeschichte von St. Johannes.

 Den Auftakt des Vogelschießens bildete traditionell eine Andacht in der St. Johanneskirche, die gemeinsam von Pfarrer Karl-Josef Auris und dem neuen Vikar Christian Anders gehalten wurde. Außer einem fairen Wettkampf und einem schönen Schützenfest wünschte Auris den Schützen: „Lasst den vielen Worten Taten folgen.“ Sodann erfolgte in Begleitung des St.-Johannes-Blasorchesters und des Spielmannszugs der Marsch zum Festplatz. Der Ehrensalut wurde vom Präses Pfarrer Auris für den Schutzpatron, vom Oberst Konrad Mersch für das Bataillon, von Brudermeister Ulrich Teipel für den Bundespräsidenten und vom noch amtierenden König Bernhard Bruelheide für die Bruderschaft abgegeben. Unter der Aufsicht der beiden Schießmeister Wilfried Brockschmidt und Wilhelm Kipshagen wurde mit einer einläufigen Flinte, Kaliber 16 Millimeter, geschossen.

Holzfässchen als Zwischenspiel

Als das Schießen ein wenig ins Stocken geriet, zog man kurzerhand den Holzadler herunter und befestigte kleine Holzfässchen, um das eigentlich für später vorgesehene Spaßschießen vorzuziehen. Jeder, der sich solch ein Fässchen sicherte, war auch gern bereit, dem Verein eine Spende zukommen zu lassen.

 Eine wahre Fässchen-Karriere hat Schützenbruder Otto Fulland vorzuweisen. Während seiner mehr als 30-jährigen Mitgliedschaft errang er inzwischen 39 dieser Fässchenplaketten. Am Sonntag kamen drei weitere hinzu.

Tolle Truppe handelt

Gegen 19 Uhr wurde der Holzadler erneut hochgezogen. Doch die Frage, wer neuer König wird, blieb mehr als eine weitere Stunde unbeantwortet. Was dann geschah, damit hatte keiner gerechnet: Der gesamte alte Thron trat an den Schießstand. Von da an ging es Schlag auf Schlag. „Diesem neuen Hofstaat gebührt meine allerhöchste Anerkennung. Dass wir bei mehr als 500 Schützenbrüdern einen solchen Weg gehen, dafür hat dieser Thron unseren allerhöchsten Respekt “, wählte Brudermeister Ulrich Teipel während der Gratulation rührende Worte. „Wir sind eine tolle Truppe, haben im vergangenen Schützenjahr unendlich viel Freude gehabt, und das werden wir auch weiterhin haben“, schürte der Kaiser die Vorfreude auf das bevorstehende Schützenfest.

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