Berufsfachschule verliert Anerkennung
Nicht einmal ein Jahr war die Berufsfachschule für Podologie – die einzige dieser Art in Ostwestfalen-Lippe – in Halle geöffnet. Die Bezirksregierung entzog die staatliche Anerkennung.

„Die Anerkennung wurde zum 28. Februar entzogen“, sagte Peter Westphal von der Bezirksregierung Detmold auf Anfrage der „Glocke“. Die Entscheidung sei seit dem 3. Mai rechtskräftig. Weder die Schulleitung, noch die Geschäftsführung waren für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Gründe für diesen Schritt seien vielfältig, so Westphal. Es habe erhebliche Zweifel an der Qualität der Ausbildung gegeben. „Es gab keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Anerkennungsbehörde“, erklärte der Sprecher. Unterricht sei in „erheblichem Maß“ ausgefallen.

Aber auch die Lerninhalte hätten nicht den Ansprüchen genügt. So seien ungeeignete Unterrichtsformen gewählt oder der Unterricht fachfremd gegeben worden, so Westphal. Soll heißen, es sprangen Dozenten ein, die in dem Fachgebiet nicht ausgebildet waren. Und auch seien die Schüler nicht ordentlich angeleitet oder beaufsichtigt worden, wenn sie Patienten behandelt hätten.

Durch den Entzug der staatlichen Anerkennung dürfe die Berufsfachschule für Podologie nicht öffnen oder unterrichten, erklärt der Sprecher der Bezirksregierung. Dabei war die Einrichtung erst im Sommer vergangenen Jahrs eröffnet worden („Die Glocke“ berichtete).

Im Januar 2018 war die Berufsfachschule offiziell angekündigt worden. Genutzt wurden die Räume im Gerry-Weber-Sportparkhotel, die zuvor drei Jahre lang leer gestanden hatten. Als einmalige Ausbildungsstätte in Ostwestfalen-Lippe wurde sie beworben.

Plätze sollte es für bis zu 150 Schüler geben. Die berufsbegleitende Ausbildung sollte über drei Jahre gehen und jeweils 1000 Stunden Theorie, praktischen Unterricht und Lernen in einer Praxis umfassen. Der Unterricht sollte vorrangig am Wochenende stattfinden. Daraus wird nun nichts mehr. Schüler, die sich angemeldet hatten, können an der Berufsfachschule nun keinen Abschluss mehr machen. Immerhin etwa 400 Euro zahlten die sie für die Ausbildung jeden Monat. Das Geld ist weg.

Geplant war zudem, dass die Räume nicht nur für den Unterricht genutzt werden, sondern auch Anlaufstelle für Kunden und Patienten werden. Wie es mit der Einrichtung und den Räumen weiter geht, steht nicht fest.

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