Beste Blühmischung ist auch die teuerste
Bild: Steinecke
Rudolf Pähler von der GNU untersucht die angelegten Blühflächen regelmäßig.
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Beim sogenannten Monitoring, dem Überwachen von Vorgängen, ist Rudolf Pähler – der Schmetterlingsexperte wird in Kürze sein drittes Buch herausbringen – aufgefallen, dass eine ganz bestimmte Mischung von Blühsamen den Insekten am meisten Nahrung bringt. „Wir haben fünf verschiedene Mischungen ausprobiert“, erläutert Pähler auf Nachfrage der „Glocke“. „Jetzt weiß ich, welche für die Schmetterlinge, Wildbienen, Schwebfliegen, Käferarten und Kleininsekten am effizientesten ist.“

 Kaum verwunderlich, dass die einjährige „Jägermischung“, die den Bauern pro Hektar 33 Euro kostet (wovon es von den Sponsoren 23 Euro erstattet gibt), nicht das Rennen gemacht hat. Vielmehr sei das mehrjährige Saatgut des süddeutschen Betriebs Rieger-Hofmann am besten geeignet. Es handele sich um Regio-Saatgut, das von Kooperationspartnern im norddeutschen Raum hergestellt werde, so Rudolf Pähler. Das ist wichtig, weil sich billige Mischungen schädlich auf die heimische Flora auswirken könnten.

Dass die am besten bewertete Mischung von Rieger-Hofmann mit rund 40 unterschiedlichen Kulturpflanzen und Wildblumensorten aus der Region stolze 280 Euro pro Hektar kostet, braucht die ins Projekt eingebundenen Landwirte nicht zu schrecken. „Das wird von der GNU finanziert“, stellt Pähler klar. Möglich sei dies zum einen durch die Unterstützung der Sparkassen-Stiftung Gütersloh, die ihr Engagement für dieses und das nächste Jahr zugesagt habe. Andererseits habe eine Privatperson 5000 Euro gespendet. Somit könnten 20 Hektar Ackerblühflächen und rund 50 000 Quadratmeter Blühwiesen angelegt werden.

 Nach wie vor sucht die GNU Landwirte und Privatpersonen, die Flächen für die Aussaat von Blühpflanzensamen zur Verfügung stellen. Um den gesamten Betrag der EU-Direktförderung „Säule I“ zu erhalten, müssen von den Bauern mindestens fünf Prozent ihrer Ackerflächen als ökologische Vorrangfläche nachgewiesen werden. Es ist geplant, die jeweiligen Blühflächen etwa fünf Jahre zu erhalten.

 Auch Privatpersonen, die über eine ausreichend große freie Fläche verfügen, sind eingeladen, eine für den jeweiligen Boden passende Wildblumenmischung von der GNU zu erhalten und auszusäen. „Ackerblühflächen und Blühwiesen sind zwei unterschiedliche paar Schuhe“, sagt Rudolph Pähler. Wichtig sei, sich bis Ende Februar zu entscheiden, weil die Lieferzeit für das Saatgut voraussichtlich zehn bis zwölf Wochen betrage.

Interessenten melden sich bei der GNU-Geschäftsstelle, Telefon 05241/927986, oder per E-Mail an rudolf@paehler.biz

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