Bestnoten für Kolbeplatz-Bebauung
Bild: Neitemeier
In der Stadthalle Gütersloh haben die Delegierten des Handelsverbands Ostwestfalen-Lippe am Donnerstag (v.l.) Rainer Schorcht (Gütersloh) und Ferdinand Klingenthal (Paderborn) als Führungsduo wiedergewählt; hier mit Dr. Ulrich Müller, der über das Bahnhofsviertel Münster referierte, und Hauptgeschäftsführer Thomas Kunz.
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Gleiches gilt für Ferdinand Klingenthal  (Paderborn) als Vorsitzender des Verbands.  Als Vize-Chef in Ostwestfalen-Lippe arbeitet Schorcht („Der Kreis Gütersloh ist dank vieler gut dotierter Arbeitsplätze einer der besten Einzelhandelsstandorte in Deutschland“) weiter intensiv auf Landesebene mit. „Unter anderem kümmern wir uns darum, dass der Handel im Landtag und in der Landespolitik genügend Berücksichtigung findet“, sagte der Gütersloher der „Glocke“. Besonders gehe es um den Landesentwicklungsplan, der OWL klar benachteilige.

Handelsverband Ostwestfalen-Lippe tagt in Gütersloh

In diese Kerbe hieb auch Ferdinand Klingenthal im öffentlichen Teil der Delegiertenkonferenz im Beisein zahlreicher Gäste von befreundeten Institutionen und Organisationen. „Ostwestfalen-Lippe soll zu einem Standort zweiter Klasse in NRW zurückgestuft werden“, kritisierte der Unternehmer unter anderem mit Blick auf die Degradierung des Flughafens Paderborn-Lippstadt, die Restriktionen bei Firmeninvestitionen und die Konzentration grüner Politik in OWL in Form von Windrädern und Nationalpark.

Vorsitzender kritisiert „große Politik“

Hart ins Gericht ging Klingenthal auch mit der großen Politik, „in der die Wirtschaft und die wirtschaftliche Vernunft keine Stimme mehr haben“. Der Vorsitzende geißelte insbesondere den Mindestlohn, die abschlagsfreie Rente mit 63, die Berechnungsgrundlagen für Gewerbesteuern und das Festhalten an der kalten Progression und dem Soli. Lob gab es dagegen für die lokale Politik und deren Bemühungen um attraktive Innenstädte. Als „herausragendes Beispiel deutscher Stadtentwicklung“ strich Klingenthal den Gütersloher Kolbeplatz heraus.

Resolution um Thema Ladendiebstahl als Ordnungswidrigkeit

Zugleich appellierte er an seine Kollegen, selbst in die Hände zu spucken und verwies auf das „erfolgreiche private Engagement für das Bahnhofsviertel in Münster“, das später noch im Detail vorgestellt wurde. Zwar bindet das Internetgeschäft bis zu 25 Prozent der Umsätze, der stationäre Einzelhandel hat Klingenthal zufolge aber eine Chance, „wenn er seine Aufgaben erfüllt, für Wohlfühl-Atmosphäre in den Läden sorgt, auf die Menschen zugeht, die richtige Ware anbietet und Zusammenarbeit in den Innenstädten praktiziert“. Handels- und nicht finanzgetriebene Warenhäuser benötigten eine Chance.

In einer Resolution sprach sich der Verband gegen Überlegungen aus, Ladendiebstahl nicht mehr als Straftat, sondern als Ordnungswidrigkeit einzustufen. Dem OWL-Handelsverband gehören rund 2000 Unternehmer mit etwa 4500 Betriebsstätten und 70 000 Beschäftigten an.

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