Besuchsdienst wird nicht ausgeweitet
Archivbild: Schäfer
Viele Fachkräfte besuchen kreisweit Familien mit neugeborenen Kindern. Dazu gehört auch Esther Hartmann (vorn rechts) von der Caritas. Vor zwei Jahren übernahm sie die Aufgabe in Herzebrock-Clarholz. Unser Bild von der Staffelübergabe damals zeigt (v. l.) Birgitt Rohde (heute Leiterin des Kreisjugendamts), Jutta Ewerszumrode (Vorgängerin von Hartmann), Frank Börgerding als Leiter des Kreisfamilienzentrums in Herzebrock-Clarholz und den damaligen Bürgermeister Jürgen Lohmann.
Archivbild: Schäfer

Gleichwohl ist es nach einmütiger Überzeugung von Verwaltung und Politik nicht erforderlich, dem ersten Besuch eine Zeit später generell einen zweiten folgen zu lassen. Das hat ein knapp zweijähriger Versuch gezeigt. Im Bedarfsfall ist dennoch weiter eine erneute Unterstützung möglich.

„Der zweite Besuch war nahezu nicht gefragt“, bilanzierte Rohde im Fachausschuss. Nur 45 Familien wurden mehr als einmal von den Sozialarbeitern und Sozialpädagogen aufgesucht und beraten. In 36 Fällen blieb es bei einem weiteren Besuch, die übrigen neun Familien bekamen noch häufiger Beistand.

Versuch hat wichtige Erkenntnisse gebracht

Zumeist sei die Initiative für einen weiteren Kontakt nach dem Erstgespräch vom Besuchsdienst selbst ausgegangen, nicht von den betroffenen Familien, berichtete Rohde im Jugendhilfeausschuss. Gründe dafür seien unter anderem ein Schreikind, eine Behinderung, eine sehr junge Mutterschaft, der Migrationshintergrund, Sprachprobleme oder Schwangerschaftsdepressionen gewesen. „Die Versuchsphase war gut und hat wichtige Erkenntnisse gebracht“, sagte Monikas Paskarbies (CDU) und dankte den Beteiligten für ihren Einsatz.

Seit 2008 suchen Experten von freien Trägern der Jugendhilfe Familien mit neugeborenen Kindern im Auftrag des Kreises und in Verbindung mit den Kommunen auf. Unter anderem informieren sie über Beratungs- und Hilfsangebote, überreichen kleine Begrüßungsgeschenke und machen auf die Arbeit der Familienzentren aufmerksam. Mit dem testweise angebotenen zweiten Besuch innerhalb des ersten Lebensjahres wollte der Kreis den Kinderschutz noch mehr verbessern und auf bedarfsgerechte Entlastungen hinweisen.

Angebote sind zumeist bekannt und werden auch genutzt

Das sei nur in Einzelfällen, aber nicht generell nötig, so Birgitt Rohde, da vielen Familien die vielfältigen Angebote nicht nur bekannt seien, sondern auch von ihnen genutzt würden – vom Baby-Frühstück bis hin zum Still- und Fläschchen-Treff. Anhand dieser Erfahrungen soll die Konzeption des Besuchsdiensts als ein Baustein des Projekts Frühe Hilfen überarbeitet werden.

Dazu gehört auch die Absicht, alle zugezogenen Kinder unter einem Jahr zu besuchen. Das passiere heute schon in einigen, aber eben nicht in allen Kommunen, so Rohde im Jugendhilfeausschuss. Der Kreis möchte das laut Sitzungsvorlage „sinnvolle Angebot“ flächendeckend vorhalten, wobei der Besuchsdienst Flüchtlingsfamilien möglichst zusammen mit den örtlichen Flüchtlingsberatern aufsuchen sollte.

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