„Betongold“ steht derzeit hoch im Kurs
Bild: Bitter
Der Gütersloher Maklerverein mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Peter Oesterhelweg (links) und dem Vorsitzenden Ludger Kaup blickt auf ein umsatzstarkes Jahr 2011 zurück.
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„Betongold statt Gold sozusagen“, sei die Devise.  „Der September 2011 war mit 220 Kaufverträgen der beste Monat seit langem“, berichtete der zweite Vorsitzende Peter Oesterhelweg am Freitag. Vor allem die Erhöhung der Grunderwerbsteuer habe manche Kaufentscheidung beschleunigt.

Nach Darstellung der Fachleute sind gebrauchte Immobilen gesucht, weil sie deutlich preiswerter zu bekommen sind als ein Neubau. Als Richtwerte ziehen sie die Neubau-Doppelhaushälfte heran, die vor Jahren noch für 200 000 Euro einschließlich Grundstück zu haben war und für die heute bis zu 270 000 Euro zu zahlen ist. Kaup: „Dafür bekommt man schon ein schönes freistehendes Einfamilienhaus gebraucht, und das ist der Wunsch der meisten.“

Langenberg ist ein günstiges Pflaster

Der demografische Wandel setzt einen neuen Trend in Gang: 55- bis 75-Jährige verkaufen ihr Haus in der Siedlung und erwerben eine moderne altengerechte Eigentumswohnung im Ortszentrum. Nur der Verkauf ihrer Häuser erschwert sich, weil die jungen Familien mit Kindern seltener und ihre finanziellen Spielräume ohne öffentliche Förderung enger geworden sind.

Allgemein stellen die Makler fest, dass man in Borgholzhausen und Langenberg am günstigsten kauft (Eigentumswohnung mit bestem Wohnwert bis zu 1160 Euro je Quadratmeter) sowie am teuersten in Gütersloh (1420), Verl (1400 Euro) und Rheda-Wiedenbrück (1385 Euro je Quadratmeter). Im Spitzen-Preissegment finden sich auch Steinhagen und Werther aufgrund ihrer Randlage zum Oberzentrum Bielefeld.

Leerstände bei Büros

Der Maklerverein konstatiert bei Büros erhebliche Leerstände „wegen nicht marktgerechter Ausstattung und wegen der Ärztehäuser, die Einzelpraxen überflüssig machen“. Was Ladenlokale betrifft, heißt es im Situationsbericht: In 1-A-Lagen gibt es eine große Nachfrage. Insbesondere überregional tätige Ketten träten als Mieter auf und zahlten gut. Kaup und Oesterhelweg sagen voraus: „Der Ansturm auf hochwertige Eigentumswohnungen in bester Lage wird sich beruhigen, die Immobilie als Kapitalanlage und Altersversorgung weiterhin behaupten.“

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