Blitzer Nico in Halle ist überlastet
In beide Fahrtrichtungen kann Nico blitzen. Und das Gerät hat an der Theenhausener Straße in Halle viel zu tun. Bis zu 300 Temposünder am Tag hält der Blitzer per Bild fest.

Alle zwei bis drei Tage wechseln Mitarbeiter des Kreises die Speicherkarte aus, wie Bernhard Riepe, Sachgebietsleiter Verkehrslenkung beim Kreis, erklärt. „Am Freitagmittag waren wir vor Ort“, sagt er. Ob es nun an dem guten Wetter gelegen habe und deswegen viele Menschen im Auto unterwegs gewesen seien, könne man nur mutmaßen.

300 Fahrer pro Tag geblitzt

Auf jeden Fall habe Nico am Wochenende so viele Bilder von Auto- und Lastwagenfahrer gemacht, dass der Speicher vollgelaufen sei. Bis die Mitarbeiter des Kreises am Montag die Speicherkarte ausgewechselt hätten, habe der Blitzer keine neuen Verkehrssünder auf Bild festhalten, so Riepe. Bis zu 300 Fahrer würden jeden Tag auf der Umgehungsstraße, die direkt auf die Autobahn 33 in Halle führe, geblitzt.

Hintergrund

Blitzer Nico ist Ende 2018 in den Kreis Gütersloh gekommen – zunächst nur geliehen bis Ende dieses Jahres. Bis zum Lückenschluss der Autobahn 33 zwischen Halle und Borgholzhausen wird er an der Theenhausener Straße bleiben. Das Besondere: Nico stellt eine Kombination von mobiler und stationärer Verkehrsüberwachung dar und kann in beide Fahrtrichtungen blitzen. Ob er bleibt, muss die Politik entscheiden.

So ein hohes Aufkommen halte auch die Mitarbeiter des Kreises auf Trab, sagt Riepe. „Das ist für uns keine Gelddruckmaschine. Wir haben auch viel Arbeit damit“, sagt der Sachgebietsleiter. Denn von den 300 Verkehrssündern am Tag melde sich eine große Menge in der Verwaltung, um sich zu beschweren.

„Da sind die unglaublichsten Ausreden dabei“, sagt Riepe. Manche gäben an, dass die Verkehrsschilder nicht in ihren Navigationssystemen angezeigt würden oder viel zu klein seien. Dann wiederum seien unter den Geblitzten auch solche, die mit Tempo 120 über die Straße rasten. „Auch viele Lastwagen-Fahrer mit mehr als 80 Kilometern pro Stunde sind dabei.“

Auf der Strecke, auf der vorher Tempo 70 erlaubt war, sind seit Anfang des Jahres nur noch 50 Kilometer pro Stunde vorgesehen. „Richtung Gütersloh werden viermal so viele Fahrer geblitzt wie nach Werther“, berichtet Riepe.

Nico blitzt in beide Richtungen

Woran das liege, könne er nicht sagen. Zwar sei die Strecke Richtung Gütersloh leicht abschüssig. Von einem Gefälle sei das aber weit entfernt. „Die Autofahrer wissen wahrscheinlich einfach nicht, dass Nico in beide Richtungen blitzen kann.“

Der hohe Verwaltungsaufwand bei den ganzen Verkehrssündern sei das eine, so Riepe. „Das hohe Tempo, mit dem viele an der Stelle unterwegs sind, ist gefährlich“, sagt er. Vor allem, wenn er höre, dass Lastwagen andere Autofahrer, die sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielten, überholten.

„Richtung Werther, bei der Ausfahrt auf die B 68, kommt es zu Stoßzeiten zu Rückstaus. Wenn da jemand zu schnell fährt und das Stauende übersieht, kann es zu schweren Unfällen kommen“, warnt er.

SOCIAL BOOKMARKS