Brand bei der Feuerwehr gelöscht
Demonstrieren Einigkeit: (v. l.) Bernd Sachse (Isselhorst), Michael Schindzielartz (Gütersloh), Frank Meiertoberens (Spexard), Winfried Kroll (Avenwedde), Volker Müller (Friedrichsdorf) und Feuerwehrchef Hans-Joachim Koch im Hof der Feuer- und Rettungswache.  Bild: Dinkels

 „Das Thema ist in der Freiwilligen Feuerwehr durch. Die Gesamtstimmung hat sich um Längen gebessert“, sagt Volker Müller (44), Löschzugführer aus Friedrichsdorf. Er ist mit seinem Avenwedder Kollegen Winfried Kroll (52) Sprecher der freiwilligen Wehr. Beide wurden auf einer Versammlung am 21. Juni gewählt. Am selben Tag trat mit der Veröffentlichung die Satzung in Kraft, die das Miteinander der Blauröcke regelt. Beide Sprecher arbeiten schon in überregionalen Arbeitskreisen mit und profitieren nach eigenen Angaben vom neuen Informationsfluss.

Die Zahl der Feuerwehrleute, die beim Spexarder Löschzug aus Protest gegen die Umwandlung vom aktiven Dienst in die Ehrenabteilung gewechselt sind, bezifferte der kommissarische Löschzugführer Frank Meiertoberens (42) auf 14. Auch sein Vorgänger Martin Horsthemke hatte seinen Dienst quittiert.

Seither helfen Kameraden aus anderen Löschzügen aus, wenn die Spexarder ausrücken und es einen Engpass geben sollte. So führen beispielsweise Kollegen aus Avenwedde in Spexard mit raus, wenn sie in Spexard arbeiteten, erklärten die Löschzugführer. In Verl-Sürenheide, wo die Spexarder auf Anforderung aushelfen, habe es schon mehr als zehn Einsätze gegeben. Feuerwehrchef Hans-Joachim Koch (43): „Wir haben die Schutzziele nicht verändert. Wir erreichen die Schutzziele. Auch in Verl.“

Die vor der Einführung der Berufsfeuerwehr geschaffene Mediationsrunde aus Berufsfeuerwehrleuten, den Löschzugführern und weiteren Delegierten trifft sich weiter dreimal jährlich, so etwa am Mittwoch nächster Woche, um Fragen der Zusammenarbeit zu erörtern. Erste Vorschläge zum Beispiel zur gemeinsamen Ausbildung sollen umgesetzt werden.

Ganz oben auf der gemeinsamen Agenda stehen zurzeit zwei neue Tanklöschfahrzeuge als Ersatz für veraltete Fahrzeuge, eins in diesem Jahr für Friedrichsdorf, eins nächstes Jahr für Spexard. Auch bei der Feuer- und Rettungswache an der Friedrich-Ebert-Straße besteht laut einer umfangreichen Mängelliste Handlungsbedarf. Voraussichtlich im November werde man mit dem Thema wieder in den Umweltausschuss gehen, so Koch.

Nach einem mehrwöchigen Mediationsverfahren hatten die haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehrleute am 6. Mai abgestimmt. 170 votierten für die Umwandlung der hauptamtlichen Wache in eine Berufsfeuerwehr, 75 dagegen. Insgesamt lag die Beteiligung bei 80 Prozent. Die erklärten Gegner kamen überwiegend aus den Löschzügen Spexard und Isselhorst. Am 20. Mai schloss sich der Rat dem Votum mit großer Mehrheit an. Besonders heftig war die Debatte auf der Internet-Plattform zum ersten Bürgerhaushalt geführt worden.

Zurzeit leisten in den fünf freiwilligen Löschzügen Avenwedde, Spexard, Friedrichsdorf, Gütersloh und Isselhorst rund 230 Feuerwehrleute ehrenamtlichen Dienst. Die Berufsfeuerwehr hat 89 Angehörige. Nachwuchssorgen kennt die Feuerwehr in Gütersloh nicht. Sowohl für die Jugendfeuerwehr des Löschzugs Isselhorst als auch in Gütersloh gibt es Wartelisten.

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